Wer rück­wärts fährt, hat bei einem Unfall Schuld – aber wenn beide Autos rück­wärts fahren? Dann spricht der Anscheins­beweis gegen beide, urteilte das Amts­gericht Heidel­berg. Es verteilte die Schuld je zur Hälfte auf eine Frau, die in einer Tiefgarage rück­wärts ausparkte, und einen Mann, der auf der Fahr­spur rück­wärts fuhr.

Das Urteil passte der Frau nicht, weil der Mann gegen die Pfeil­richtung fuhr. Doch das Land­gericht Heidel­berg als nächste Instanz senkte ihre Schuld nur auf ein Drittel. Sie hätte nicht davon ausgehen dürfen, dass alle in Pfeil­richtung fahren. Fürs Rück­wärts­fahren gilt erhöhte Sorgfalts­pflicht. Der Mann hätte mit Ausparkenden rechnen müssen (Az. 2 S 8/14).

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