Das Vorfahrtsrecht gilt auch für Falschfahrer. Das hat das Amtsgericht München im Fall einer Radfahrerin entschieden, die auf einem Radweg in entgegengesetzter Richtung gefahren und dann mit einem rechts abbiegenden Auto kollidiert war.

Der Autofahrer verlangte von der Radlerin, dass sie ihm seinen Schaden in Höhe von 2 500 Euro ersetzt. Das Amtsgericht stellte allerdings nur eine geringe Mitschuld der Frau fest.

Der Autofahrer habe die Radfahrerin sehen können und seine Entfernung falsch eingeschätzt. Zudem hätten auf bevorrechtigten Straßen alle Verkehrsteilnehmer Vorfahrt, auch falschfahrende Radler. Das Gericht verurteilte den Autofahrer deshalb dazu, zwei Drittel des Schadens selbst zu tragen (Az. 343 C 5058/09).

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