Findet ein Unfallopfer keine behindertengerechte Wohnung, muss sich der Versicherer des Unfallverursachers an den Kosten für den Bau eines neuen, angemessenen Hauses beteiligen. Das entschied das Landgericht Münster im Fall eines Mädchens, das nach einem Verkehrsunfall schwerstbehindert war (Az. 2 O 268/06).

Den Umbau der bisherigen Wohnung der Familie hatte der Haftpflichtversicherer aus Kostengründen abgelehnt. So blieb der Familie nach monatelanger erfolgloser Wohnungssuche nur ein Neubau. Der Versicherer wollte sich mit 68 000 Euro an den Kosten beteiligen. Das Gericht setzte aber 266 000 Euro an, da über 100 Quadratmeter der Wohnfläche allein wegen der Behinderung des Mädchens nötig seien – etwa für ein Pflegebad, ein Betreuerschlafzimmer und einen Therapieraum.

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