Eltern, die ihr Kind ohne Aufsicht Rad fahren lassen, haften nicht immer, wenn das Kind einen Unfall baut (Amtsgericht Coburg, Az. 11 C 1760/07). Ein acht­jähriges Kind war mit dem Rad in einer Sackgasse nahe der Familienwohnung unterwegs und fuhr dabei gegen ein geparktes Auto. Der Besitzer des Pkw forderten für den Schaden 1 100 Euro von den Eltern. Doch die wollten nicht zahlen. Das Gericht gab ihnen recht.

Die Eltern hätten ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt, argumentierten die Richter. Das Kind habe genug Erfahrung gehabt, um es in dem verkehrsarmen Umfeld der Wohnung allein Fahrrad ­fahren zu lassen. Der Junge war schon oft mit der Familie radeln.

Wenn Eltern ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt haben, muss auch ihr Haftpflichtversicherer nicht zahlen. Und für den Fehler des Kindes tritt der Versicherer nicht ein, weil Kinder für Unfälle mit Pkws nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch nicht haften, solange sie unter zehn Jahre alt sind.

Tipp: Eltern, die möchten, dass auch Schäden abgedeckt sind, die ihre schuldunfähigen Kinder anrichten, können eine Haftpflichtversicherung mit Zusatz abschließen oder teilnehmen an der Analyse Haftpflichtversicherung.

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