Unfälle in Hotels Meldung

Reiseveranstalter müssen prüfen, ob die Wasserrutsche des Vertragshotels sicher ist.

Der Bundesgerichtshof hat Reiseveranstaltern eine weitgehende Haftung für Mängel in ihren Vertragshotels auferlegt.

Reiseveranstalter müssen ihre Vertragshotels genau überprüfen und bei Mängeln für Schäden haften. So hat jetzt das höchste deutsche Zivilgericht, der Bundesgerichtshof (BGH), entschieden.

Der Fall: Ein elfjähriger Junge ist vor fünf Jahren auf einer Pauschalreise in Griechenland im Auffangbecken einer Wasserrutsche ertrunken. Er war mit dem Arm in ein unvergittertes Absaugrohr geraten, aus dem er sich nicht mehr befreien konnte. Der Hoteleigentümer hatte die Rutsche ohne Baugenehmigung errichtet.

Das Urteil: Der BGH verurteilte den zur Rewe-Grup­pe gehörenden Reiseveranstalter ITS zur Zahlung von Schmerzensgeld für jedes Familienmitglied in Höhe von 20 000 Euro. Den Reiseveranstalter, so das Gericht, trifft eine sogenannte Verkehrssicherungspflicht für alle Hoteleinrichtungen, auch wenn die Rutsche im Katalog nicht erwähnt war und extra bezahlt werden musste. Maßgeblich sei die Sicht der Reisenden. Der Veranstalter hätte die Sicherheit der Rutsche und die behördliche Genehmigung überprüfen müssen (Az. X ZR 142/05).

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