Unerwünschte Werbeanrufe nerven gewaltig. Dabei sind solche Cold Calls unzulässig. Nun hat das Landgericht Düsseldorf die Firma Tele2 zu Strafzahlungen verurteilt. 200 000 Euro muss das Unternehmen zahlen, weil es trotz gerichtlichem Verbot weiter anrufen ließ.

Cold Calling trotz Verbot

Das Kommunikationsunternehmen Tele2 muss insgesamt 200 000 Euro Strafe zahlen. Das hat das Landgericht Düsseldorf in zwei Fällen entschieden (Aktenzeichen: 38 O 188/04 und 38 O 145/06, beide nicht rechtskräftig). Das Gericht hatte Tele2 kürzlich verurteilt, unaufgeforderte Anrufe bei Verbrauchern zu unterlassen. Verbraucherzentralen und die Wettbewerbszentrale registrierten aber auch danach noch Beschwerden wegen Telefonwerbung von Tele2. Beide Organisationen beantragten deshalb Ordnungsstrafen. Das Gericht verhängte daraufhin zwei Strafen zu je 100 000 Euro.

„Massives Vorgehen“

Für das Gericht stand offenbar fest, dass es sich bei den Anrufen nicht um Versehen handelte. Laut Wettbewerbszentrale wertete es die Telefonbelästigungen sogar als „massives Vorgehen“, für das die Ordnungsgelder in Höhe von 100 000 Euro „gerade noch ausreichend“ seien. Tele2 steht nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP auf dem Standpunkt, dass die Anrufe rechtens gewesen seien. Das Unternehmen habe die Verbraucherdaten von Adresshändlern bezogen. Diese hätten zugesichert, dass die Verbraucher mit solchen Anrufen einverstanden seien. Das Gericht überzeugten diese Argumente aber nicht.

Telefon-Werbung: Ärger ohne Ende

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