Sinn­voller Versicherungs­schutz

Umzug richtig organisieren Special

Selbst wenn der Umzug gut geplant ist: Es kann immer mal passieren, dass etwas kaputt geht oder sich ein Helfer verletzt. Wer sich bereits im Voraus absichert, hat im Schadens­fall bessere Karten. test.de sagt, was bei Freund­schafts­diensten zu beachten ist und welche Versicherungen für die neue Wohnung wichtig sind.

Absicherung für die Umzugs­helfer

Auch wenn sie nur aus reiner Freund­schaft beim Umzug helfen: Oft müssen Freunde und Bekannte haften, wenn sie etwas kaputt machen oder schlimmer noch, einen anderen verletzen. In einigen Fällen nehmen die Gerichte bei Freund­schafts­diensten aber einen so genannten „still­schweigenden Haftungs­ausschluss“ an. Voraus­setzungen: Es liegt eine Gefäl­ligkeit vor (etwa Gratis­hilfe) und der Schädiger hat nur leicht fahr­lässig gehandelt. Viele Gerichte nehmen den Haftungs­ausschluss zudem nur an, wenn der Schädiger keine Haft­pflicht­versicherung hat. Begründung: Freunde würden dem Helfer ohne Versicherung nicht die Haftung aufbrummen wollen.

Haft­pflicht­versicherung: Unbe­dingt zu empfehlen

Allerdings sollte sich niemand darauf verlassen. Ein unter­schriebener Zettel „Helfer X haftet bei dem Umzug von Z nur für Vorsatz und grobe Fahr­lässig­keit“ genügt. Verursachen die Helfer während des Umzugs leicht fahr­lässig Schäden, muss derjenige haften, der umzieht (siehe auch Kasten „Schäden im Hausflur“). Fazit: Egal ob für einen Umzug oder andere Belange: Eine private Haftpflichtversicherung sollte jeder haben. Wenn sich die Versicherung im Schadens­fall quer stellt, lohnt für Betroffene oft die Beratung bei einem Anwalt (Special Anwaltssuche) oder bei der Verbraucherzentrale.

Schäden im Hausflur

Beim Umzug sind Schäden in engen Treppenhäusern keine Seltenheit. Der Mieter haftet auch für die Fehler seiner Helfer.

Freunde als Helfer. Richten Freunde als Helfer beim Umzug Schäden im Treppen­haus an, kann der Vermieter vom Mieter Ersatz der Reno­vierungs­kosten verlangen. Denn der Mieter haftet für seine Helfer (Amts­gericht Gummers­bach, Az. 10 C 169/09). Vom Helfer selbst bekommt der Vermieter nicht in jedem Fall Schaden­ersatz. Denn einige Gerichte sehen unentgeltliche Helfer bei Schäden durch einfache Miss­geschicke nicht in der Haftung (Amts­gericht Pletten­berg, Az. 1 C 345/05, mehr dazu auf S. 32).

Schaden. Haftet der Mieter etwa für Macken im Putz, darf der Vermieter aber nicht das gesamte Treppen­haus auf Mieter­kosten reno­vieren lassen, sondern nur die betroffenen Stellen.

Privathaft­pflicht. Soll der Mieter für die Schäden seiner Helfer zahlen und besitzt er eine Privathaft­pflicht­versicherung, über­nimmt diese den Schaden. Ist der Schaden durch grobe Fehler des Helfers verursacht, haftet der Helfer selbst oder – sofern er versichert ist – seine Privathaft­pflicht­versicherung.

Umzugs­profis. Nach Ansicht des Land­gerichts Duisburg haftet der Mieter auch für Schäden, die professionelle Umzugs­firmen während des Möbel­trans­ports an fremden Sachen anrichten (Land­gericht Duisburg, Az. 7 S 260/01). Der Vermieter könnte zwar auch direkt gegen das Umzugs­unternehmen vorgehen, er darf sich aber auch an den Mieter halten. Allerdings: Muss der Mieter zahlen, darf er anschließend das Umzugs­unternehmen in Regress nehmen.

Auszug. Kommt es beim Auszug im Treppen­haus zu Schäden, die der Vermieter sofort hätte bemerken können, muss er seine Ansprüche inner­halb der folgenden sechs Monate geltend machen. Andernfalls ist seine Schaden­ersatz­forderung verjährt (Amts­gericht Köln, Az. 201 C 25/11).

Hausrat­versicherung: Wert des Hausrats entscheidet

Ob eine Hausrat­versicherung zusätzlich notwendig ist, richtet sich in erster Linie nach dem Wert der Einrichtung. Bei Designermöbeln oder teurer Elektronik lohnt der Schutz eher. Als Faust­regel gilt: Wer seinen Hausrat ohne sehr große finanzielle Einbußen nicht ersetzen kann, sollte ihn versichern.

Tipp: Mit unserem Hausrat-Versicherungsvergleich können Sie leicht ermitteln, welcher Tarif perfekt zu Ihnen, Ihrem Hausrat und Ihrer Wohnungs­größe passt – und wenig kostet. Die Preis­unterschiede betragen bis zu mehreren hundert Euro. Antworten auf Ihre Fragen zum Thema finden Sie in unseren FAQ Hausratversicherung.

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