Wohn­formen mit Versorgung Pflege jenseits vom Zuhause

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Wohn­formen mit Versorgung - Pflege jenseits vom Zuhause
Wohnen im Alter. Neue Wohn- und Betreuungs­modelle machen dem klassischen Pfle­geheim Konkurrenz. © Getty Images / Niedring Drentwett

Ob klassisches Pfle­geheim, Betreutes Wohnen oder Pflege-WG: Geeignete Wohn­formen gibt es inzwischen für jeden Bedarf. Wir erklären, wie sie funk­tionieren.

Wohn­formen mit Versorgung Pflege jenseits vom Zuhause

Selbst­bestimmt wohnen, in Würde altern, Gemeinschaft erleben. Es gibt viele Gründe, weshalb Menschen sich Gedanken machen, wo sie oder ihre Angehörigen leben können, wenn es zu Hause nicht mehr geht. Nicht zuletzt wegen Meldungen über den Personalnot­stand in der Pflege und Berichten über zum Teil schlechte Zustände in einigen Pfle­geheimen suchen Menschen auch nach alternativen Lebens- und Wohn­formen im Alter.

Aber nicht jede Einrichtung ist gleich, viele Pfle­geheime sind sehr gut. Falls es Mängel gibt, können Pflegebedürftige dagegen vorgehen. Die Pfle­geexpertinnen der Stiftung Warentest haben die verschiedenen Wohn­formen verglichen, sagen, wann sich welche Wohn­form anbietet, und geben Tipps zum Thema.

Warum sich die Unter­suchung „Wohnen mit Versorgung“ für Sie lohnt

Tipps und Hintergrund

Wenn Sie den Artikel frei­schalten, erfahren Sie, wann der Umzug in ein Pfle­geheim sinn­voll ist, wie Sie bei Bedarf eines finden, wie sich die Kosten zusammensetzen und welche Zuschüsse Sie von der Pflegekasse erhalten können. Außer­halb erklären wir, was Sie tun können, wenn Sie Probleme im Pfle­geheim haben, etwa Mängel in der Pflege fest­stellen.

Andere Wohn­formen

Für Pflegebedürftige, die die Gemeinschaft suchen und professionelle Pflege brauchen, nicht aber in ein Heim ziehen möchten, gibt es Alternativen, etwa die Pflege-WG. Wir informieren über entsprechende alternative Wohn­formen.

Vergleich

Unsere praktische Tabelle gibt einen schnellen Über­blick über alternative Wohn­möglich­keiten mit Pflege und erleichtert den Vergleich mit der Versorgung im Pfle­geheim.

Heft­artikel als PDF

Nach dem Frei­schalten erhalten Sie den Heft­artikel „Umzug ins Pfle­geheim“ aus Finanztest 09/2019 und den Heft­artikel „Alternativen zum Pfle­geheim“ aus Finanztest 10/2022 zum Download.

Wohn­formen mit Versorgung Pflege jenseits vom Zuhause

Mehrere Varianten fürs Wohnen im Alter

Wer pflegebedürftig ist, braucht viel Unterstüt­zung im Alltag. Oft wird die Versorgung durch Angehörige und ambulante Pflege­dienste sicher­gestellt. Sobald dies nicht mehr in den eigenen vier Wänden funk­tioniert, müssen Pflegebedürftige und Angehörige darüber nach­denken, ob ein Umzug in ein Pfle­geheim nötig ist. Manchmal reicht aber auch schon die Unterbringung in einer geschützteren Umge­bung mit Service- und Pfle­geangebot wie im Betreuten Wohnen. Für Menschen, die eine wirk­liche Alternative zum herkömm­lichen Pfle­geheim suchen, ist möglicher­weise eine Pflege-WG oder eine stationäre Haus­gemeinschaft die richtige Wahl.

Unterschiedliche Pflege­kosten und Zuschüsse

Die Pflege-Expertinnen der Stiftung Warentest erklären, welche Faktoren bei der Entscheidung für oder gegen ein Pfle­geheim oder eine alternative Wohn­form wichtig sind. Dafür haben wir Vertrags­bedingungen und Kosten der unterschiedlichen Wohn­möglich­keiten verglichen. Geht es um die Finanzierung, spielt die Pflegekasse eine wichtige Rolle. Sie zahlt Zuschüsse zur Pflege, die aber beispiels­weise in einer Pflege-WG anders ausfallen als im Pfle­geheim. Wir erläutern, welche Gelder Pflegebedürftige je nach individuellem Fall abrufen können.

Gesetzliche Grund­lagen für Versorgung

Für die Unter­suchung haben wir verschiedene Pfle­geheime und Pflege-Wohn­gemeinschaften besucht, Vertrags­unterlagen gesichtet und uns die recht­lichen Bedingungen für eine Unterbringung und Versorgung mit Pflege angesehen, insbesondere die Vorschriften des Wohn- und Betreuungs­vertrags­gesetzes (WBVG). Das Gesetz spielt vor allem auch dann eine Rolle, wenn Pflegebedürftige Probleme etwa mit der Pflege oder dem Personal haben.

„Im Vergleich zum klassischen Pfle­geheim ist das Leben in der Wohn­gemeinschaft lockerer. Bewohner und Angehörige müssen sich aber einbringen und Kompromisse finden. Im Pfle­geheim werden Pflegebedürftige voll versorgt, haben jedoch nicht die Gemeinschaft in der Art und Weise wie in einer Senioren-WG.“

Eugénie Zobel, Pflege­redak­teurin bei der Stiftung Warentest

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Profilbild Stiftung_Warentest am 24.10.2022 um 14:14 Uhr
Entlastungsbetrag Brandenburg

@MrB12: Bitte wenden Sie sich mit Ihrem Anliegen an einen Pflegestützpunkt. Wir haben nicht im Detail geprüft, welche Leistungen in den einzelnen Bundesländern als Entlastungsmaßnahme im Sinne von § 45 b Abs. 1 Nr. 4 SGB XI durch Rechtsverordnung anerkannt wurden / werden. An dieser Stelle können wir nur die Grundregeln erläutern. § 45 b Abs. 1 SGB XI regelt, dass der Entlastungsbetrag dazu dient, qualitätsgesicherte Leistungen zur Entlastung pflegender Angehöriger und vergleichbar Nahestehender in ihrer Eigenschaft als Pflegende dient. Die Gartenpflege und die Haushaltsführung sind keine Aufgaben, die dem Bereich der Pflege zuzuordnen sind. Können die Pflegebedürftigen die Aufgaben (mit Unterstützung) selbst ausführen, kommt die Übernahme der Kosten als Unterstützungsleistung in Frage.

MrB12 am 04.10.2022 um 09:14 Uhr
Entlastungsbetrag Brandenburg

Vielen Dank für Ihren hilfreichen Beitrag.
In Ihrem Heft schreiben Sie "Zusätzlich zu anderen Leistungen können Pflegebedürftige bis zu 125 Euro im Monat für sogenannte Entlastungsleistungen ausgeben, etwa für Hilfe durch Ehrenamtliche."
Wir würden für meine Eltern gerne wahlweise eine Haushaltshilfe beauftragen oder die Unterstützung der Schwiegertochter anrechnen lassen.
Nach unseren Informationen gibt es für diesen Betrag lediglich in Brandenburg aufgrund der Regelung unter https://bravors.brandenburg.de/verordnungen/nbea_anerkv_2016 keine Möglichkeit, diesen z.B. für Gärtnerleistungen / Haushaltshilfe einzusetzen. Auch Familienangehörige sind grundsätzlich ausgeschlossen. In allen anderen Bundesländern bestehen diese Möglichkeiten. Ist dies korrekt?
Zuletzt wurden meine Eltern darauf angesprochen, dass sich die Regelungen in Brandenburg geändert hätten. Unsere Recherche blieb dazu erfolglos. Liegen Ihnen hierzu ggf. Informationen vor?

Thea49 am 11.09.2019 um 13:57 Uhr
Beamte

Ich nehme an, dass unter Ihren Lesern auch Beamte sind.
Ihr Artikel ist für Beamte aber keine Hilfe. Ich kann das Problem an Hand von Sachsen erläutern: Ich verweise auf die Sächsische Beihilfe-VO und die dazugehörige Verwaltungsvorschrift ( siehe "REVOSAX"). In der Verwaltungsvorschrift zu § 55 "Vollstationäre Pflege" ist in Ziff. 55.4.5 ein Beispiel genannt. Einem Ehepaar mit 2.500 € Monatseinkommen entstehen Gesamtkosten von 3.425 € monatlich. Private Krankenversicherung und Beihilfe erstatten 1262 €. Verbleiben 2138 €. Bei 2500 € Einkommen würden nur 362 € zum Leben verbleiben. Deshalb sieht die Beihilfe-VO in § 57 Abs. 8 eine weitere Beihilfe (Bemessungssatz 100%) vor.
In Ba-Wü z.B. regelt das § 9 f der Landesbeihilfe-VO. So wie ich das sehe, sehen alle Beihilfe-VO diese zusätzliche Beihilfe vor, wobei sich nur die Berechnungen unterscheiden. Dies ist m.E. dem Alimentationsgrundsatz des Beamtenrechts geschuldet.

Profilbild Stiftung_Warentest am 10.09.2019 um 15:56 Uhr
Alleinstehend ohne Angehörige und Minirente

@Ralf_HO: Auch bei Alleinstehende mit einem geringen Einkommen suchen sich selbt einen Heimplatz, soweit sie dazu in der Lage sind. Benötigen Sie dafür Hilfe, bekommen Sie vom Sozialdienst des Krankenhauses oder dem Pflegestützpunkt vor Ort Unterstützung. Gibt es einen rechtlichen oder gesetzlichen Betreuer für die Angelegenheit des Wohnaufenthaltes, übernimmt dieser die Suche. Die Auswahl an Heimen / Pflegeplätzen ist für Vermögenslose kleiner, aber das Sozialamt schreibt nicht vor, in welches Heim man kommt. Man kann sich solange man noch gesund ist, nach einem Heim erkundigen, das einem gefällt und bei dem die Kosten im Rahmen dessen liegen, was das Sozialmit mitträgt.
Aber bevor das Sozialamt die Kosten für eine Heimunterbringung übernimmt, wird auch bei Alleinstehenden geprüft, ob eine Versorgung zu Hause ermöglicht werden kann, u.U. auch mithilfe der Finanzierung notwendiger Anpassungen der Wohnung. (maa)

LeniAddi am 10.09.2019 um 09:50 Uhr
Es war einmal

Es gab einmal eine Zeit, wo Familien in einem Haus gelebt haben und sich um einander gekümmert haben. In meiner Familie war es auch so gewesen, dass man sich um die älteren Familienmitglieder kümmert und diese nicht in ein Altenheim abschiebt. Ich finde es sehr schade, dass es in der heutigen Zeit dermaßen schwer ist, die Familie zusammen zu halten.