Maklergebühren, Kosten für Möbel­packer und doppelte Miete – ein Umzug kann schnell teuer werden. Immerhin lässt sich zumindest ein Teil der Kosten absetzen. Die Art und die Höhe hängen vom Anlass für den Wohnungs­wechsel ab. Besonders viel erstattet das Finanz­amt bei beruflichen Gründen.

Pauschale bei beruflichem Umzug

Steuerzahler dürfen besonders viel absetzen, wenn es sich um einen beruflichen Umzug handelt. Das Finanz­amt erkennt bei Arbeitnehmern für alle beruflichen Ausgaben pauschal 1 000 Euro als Werbungs­kosten an. Fallen die Umzugs­kosten höher aus, müssen die Wohnungs­wechsler die Ausgaben einzeln angeben. Sie addieren einfach die Posten (siehe Grafik im PDF zu diesem Artikel). Die Summe tragen sie dann in der Anlage N der Steuererklärung in einer der Zeilen 46 bis 48 ein.

Höhere Pauschalen bei berufs­bedingtem Umzug

Neuer Job, neue Wohnung: Wer aus beruflichen Gründen umzieht, bekommt mehr Geld vom Finanz­amt zurück. Das Bundes­finanz­ministerium hat jetzt die neuen Pauschalen für Umzüge seit März 2018, ab April 2019 und ab März 2020 veröffent­licht.
Für Ledige ist die Umzugs­kostenpauschale von 764 Euro auf 787 Euro gestiegen, ab April 2019 liegt sie bei 811 Euro, ab März 2020 bei 820 Euro.
Ehepaare und einge­tragene Lebens­partner bekommen das Doppelte. Für jedes mitziehende Haus­halts­mitglied gibt es jetzt zusätzlich 347 Euro, ab April 2019 357 Euro und ab März 2020 361 Euro.
Brauchen Kinder nach dem Umzug Nach­hilfe, muss das Finanz­amt 50 Prozent des Höchst­betrags voll anerkennen, vom Rest 75 Prozent. Maximal möglich sind 1 984 Euro, ab April 2019 2 045 Euro und ab März 2020 2 066 Euro (BMF-Schreiben vom 21. September 2018).

Angaben im Haupt­vordruck

Bei einem Umzug aus gesundheitlichen Gründen sind die Hürden höher. Kranke müssen bestimmte Voraus­setzungen erfüllen und einen Eigen­anteil selbst tragen. Die Höhe dieser zumut­baren Belastung richtet sich nach ihrem Einkommen. Über­schreiten ihre Ausgaben diesen Betrag, setzen sie ihre Aufwendungen als außergewöhnliche Belastungen ab. Auch hier addieren Wohnungs­wechsler die Kosten und tragen sie in Zeile 67 des Haupt­vordrucks ein. Das Finanz­amt zieht bei der Steuerbe­rechnung die zumut­bare Belastung ab.

Haus­halts­nahe Dienst­leistungen oder Hand­werk­erkosten

Wer privat umzieht, kann immerhin Kosten für den Möbel­trans­port als haus­halts­nahe Dienst­leistungen und für den Möbel­aufbau als Hand­werk­erkosten angeben. Wichtig: Die Hand­werker müssen eine Rechnung ausstellen und ihre Kunden dürfen den Betrag nicht bar bezahlen. Die haus­halts­nahen Dienst­leistungen werden im Haupt­vordruck in Zeile 72 und die Hand­werk­erkosten in Zeile 73 angegeben.

Tipp: Mehr zum Thema Umzug in unserem Special Umzug richtig organisieren: Stressfrei in die neue Wohnung.

Diese Meldung ist erst­mals am 16. Oktober 2018 auf test.de erschienen. Sie wurde am 7. November 2018 aktualisiert.

Dieser Artikel ist hilfreich. 6 Nutzer finden das hilfreich.