Tipps

Klärung statt Panik. Das Trinkwasser aus der Leitung ist und bleibt unser wichtigstes Lebensmittel. Niemand sollte aus Angst auf viel teureres Flaschenwasser umsteigen. Wo die Qualität nicht in Ordnung ist, müssen die Probleme schnellstmöglich gelöst werden.

Ablaufen lassen. Das Herauslösen von Schwermetallen aus den Messingteilen der Armaturen lässt sich nie vollständig ausschließen. Deshalb vorsichtshalber immer etwa ein Glas Wasser ablaufen lassen, bevor Sie es zum Trinken und Kochen benutzen.

Bleirohren auf der Spur. So erkennen Sie alte Bleirohre: Im Unterschied zu Kupfer- und Stahlleitungen sind sie oft leicht gebogen. Beim Draufklopfen mit einem Schraubenzieher klingen sie dumpf. Normalerweise ist die Farbe der Rohre grau. Wird die weiche Oberfläche etwas eingeritzt, schimmert die beschädigte Stelle silbrig.

Mischinstallation. In einigen alten Häusern haben Installateure bei Ausbesserungsarbeiten im Laufe der Jahrzehnte unterschiedliche Rohrmaterialien verlegt. Prüfen Sie, ob noch Abschnitte mit Blei darunter sind.

Hausanschlussleitungen. Die Rohre, die von der Hauptleitung unter der Straße bis in den Keller zur Wasseruhr führen, können mancherorts noch aus Blei sein. Fürs Austauschen sind meist die Wasserwerke zuständig.

Analysieren. In allen Zweifelsfällen hilft unsere Trinkwasseranalyse weiter. Sie hilft sogar versteckte Schwermetallquellen aufzuspüren.

Sanieren. Sind Bleileitungen vorhanden, gibts nur eine Lösung: Raus damit!

Vermieter auffordern. Verlangen Sie vom Vermieter eine unverzügliche Sanierung. Wenn der Hauseigentümer nicht mitspielt, kann das Gesundheitsamt nachhelfen. Erkundigen Sie sich beim Mieterverein nach weiteren Schritten (zum Beispiel Mietminderung).

Förderung beantragen. Die Versorgungsunternehmen haben ein großes Interesse, den guten Ruf ihres Trinkwassers nicht zu gefährden. Fragen Sie nach Förderprogrammen zur Sanierung alter Leitungen. So beteiligt sich die Hamburger Baubehörde mit 20 Prozent an den Sanierungskosten. Die Berliner Wasserbetriebe bezuschussen Hausbesitzer mit 1.000 Mark. Anderswo gibt es zinsgünstige Darlehen.

Notfalls. Bis die Leitungen ausgetauscht sind, sollte man Wasser, das länger als eine Stunde in den Bleileitungen gestanden hat, vorsorglich ablaufen lassen. In Mehrfamilienhäusern können das etliche Liter sein. Sinkende Temperatur signalisiert, dass genügend Wasser abgelaufen ist ­ sofern die Hausanschlussleitung unbelastet ist.

Wasser sparen. Wer Trinkwasser nicht sinnlos in den Abfluss laufen lassen möchte, sollte morgens zunächst Dusche und WC betätigen und erst danach das Teewasser abfüllen. Vorausgesetzt, Küche und Bad hängen an derselben Wasserleitung.

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