Umwelt­freundlich einkaufen Mehr­wegbeutel statt Plastiktütchen

Umwelt­freundlich einkaufen - Mehr­wegbeutel statt Plastiktütchen
Wieder­verwend­bar. Mehr­wegnetze und -beutel schonen Ressourcen. © Stiftung Warentest / Ralph Kaiser

Der Trend geht zum Stoff­beutel – aber nicht, wenn es um Obst und Gemüse geht. Das wandert im Supermarkt zumeist weiter in die kleinen, dünnen Plastik-Tütchen, die weiterhin kostenlos sein dürfen. Jetzt gibt es hier eine Alternative.

Verbrauch dünner Plastikbeutel weiter gestiegen

Seit Plastikbeutel an den Supermarkt­kassen Geld kosten, sinkt ihr Verbrauch. Gestiegen ist dagegen die Menge dünner Plastiktütchen für Obst und Gemüse. Sie sind von der EU-Richt­linie zur Plastikvermeidung ausgenommen und daher weiterhin kostenlos. Laut Bundes­umwelt­ministerium nutzten Kunden 2017 rund 3,2 Milliarden solcher Tütchen, ein Jahr zuvor waren es weniger als 3 Milliarden. Die Deutsche Umwelt­hilfe empfiehlt, alternativ Mehr­wegnetze zu nutzen. Wer sie wieder­verwende, spare die ressourcen­intensive Neuherstellung einer Einwegtüte ein. Selbst Einwegtüten aus Papier oder Bioplastik seien nicht umwelt­freundlich: Ihre aufwendige Herstellung belaste das Klima.

Tipp: Einige Supermärkte bieten für wenige Euro wieder­verwend­bare Baumwoll- oder Kunst­stoff­netze an. Teils ziehen sie ihr Gewicht an der Kasse auto­matisch ab. Durch Schale geschütztes Obst wie Orangen oder Bananen können ohnehin ohne Extrabeutel in den Korb.

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11 Kommentare Diskutieren Sie mit

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GuessWhat am 27.04.2019 um 06:56 Uhr
@meiner_einer

Sie werben für plastikähnliche Verpackungen aus Reisstärke. Wie sieht hier die Ökobilanz zum Plastik aus?

Gelöschter Nutzer am 26.04.2019 um 07:55 Uhr
@radeberger

Eine sehr aktuelle Studie kommt aus Dänemark ("Life Cycle Assessmentof grocery carrier bags") vom dortigen Umweltministerium. Nachzulesen hier: https://www2.mst.dk/Udgiv/publications/2018/02/978-87-93614-73-4.pdf
Sie befasst sich mit der Ökobilanz einer ganzen Reihe unterschiedlicher Beutel und Taschen aus dem Supermarkt. Allerdings liegt der Fokus hier nicht speziell auf den dünnen Obst- und Gemüsebeuteln. Zumindest was die Tragetaschen betrifft, also für den schwereren Einkauf, ist die Faktenlage eindeutig: Plastik ist allen anderen Beuteln weit überlegen. Und da ist der hygienische Aspekt noch nicht berücksichtigt.

radeberger am 25.04.2019 um 23:12 Uhr
@Remember_where_you_put_your_Carkeys

schöne Diskussion.
Also die Beutel die im Augenblick für Gemüse angeboten werden sind überwiegend aus Kunststoff. Ich habe gerade auf Anhieb 4 Studien aus USA und Europa gefunden die besagen, dass diese Beutel 8-20 mal wiederverwendet werden müssen, bevor sich die ökobilanz rechnet. Je nachdem ob der Kunststoff recyceled ist aus dem die Tüte besteht. Gelegentliche Wäsche wurde berücksichtigt. Bitte mal prüfen ob Ihre Informationen noch aktuell sind.

Gelöschter Nutzer am 25.04.2019 um 12:23 Uhr
@halsbandschnaepper

Derjenige, der behauptet, eine ökologisch bessere Variante zu benutzen, sollte dies schon durch Fakten untermauern. Ansonsten können sie den anteiligen Energie-, Wasser- und Tensidverbrauch beim Waschen leicht berechnen und auf Millionen Kunden hochrechnen. Für Mehrwegtragetaschen (die also Plastikeinkaufstaschen ersetzen) gibt es erwähnte Studien aus den USA. Gesundheitliche Bedenken kommen noch obendrauf. Deutlich höherer Energie- und Rohstoffaufwand bei der Herstellung der Mehrwegtaschen kommen ebenfalls noch obendrauf. Wie gesagt, wer meint, solche Taschen seien die ökologisch bessere Variante soll das mit einer aussagekräftigen Ökobilanz belegen. Ansonsten bleibt es nur eine Behauptung.

halsbandschnaepper am 25.04.2019 um 11:36 Uhr
@Remember_Carthage

Sie haben sicherlich ausgerechnet wie viel mehr die Umwelt belastet wird, wenn zu der normalen Wäsche noch ein paar Stoffbeutel mitgewaschen werden. Oder auf welche Fakten stützten sie sich da? Ihr Gefühl? Oder gibt es objektive Daten?