Preisvergleich und Zusatzkosten: Internetkauf: Darauf sollten Sie achten

Gerade im Internet lauert das Risiko. Sie selbst können es mindern.

Preissuchmaschine: Vergleichen Sie vor dem Kauf die Preise. Das geht ruckzuck mit Preissuchmaschinen wie evendi.de, guenstiger.de, idealo.de, preistrend.de. Nutzen Sie mehrere Suchmaschinen, da sie auf unterschiedliche Datensätze zugreifen.

Adresse: Der Shop sollte unbedingt die vollständige Firmenadresse nennen mit Straße, Hausnummer, Ort, E-Mail-Adresse, Telefon. Drucken Sie das aus. Vorsicht bei Shops, die nur ein Postfach nennen.

Hehlerware: Im Internet wird gern geklaute Ware angeboten. An Diebesgut kann der Käufer kein Eigentum erwerben. Fliegt die Sache auf, muss er die Ware her­ausgeben. Das Geld ist meist futsch.

AGB: Sehen Sie sich die allgemeinen Geschäftsbedingungen wenigstens kurz an. Unseriöse Händler verwenden lange, komplizierte AGB in kleiner Schrift. Gern werden dort zusätzliche Kosten versteckt.

Gütesiegel: Für Onlineshops gibt es jede Menge Gütesiegel, zum Beispiel Euro-Label, internet privacy standards, Safer Shopping und trustedshops. Das Problem: Die bisher gebräuchlichen Siegel werden von privaten Trägern vergeben, von Wirtschaftsverbänden oder Organisationen, die den Onlinehandel anschieben wollen.

Versandkosten: Einige Läden beeindru­cken mit niedrigen Preisen – schlagen aber bei den Versandkosten umso übler zu. Da müssen Kunden aufpassen, denn der Händler ist nicht verpflichtet, sie direkt neben dem Produkt aufzuführen (Bundesgerichtshof, Az. I ZR 143/04). Immerhin muss es einen leicht erkennbaren Button geben, der zu den Lieferkosten führt. Außerdem müssen sie sichtbar sein, bevor die Ware im Warenkorb liegt.

Transportversicherung: Einige Händler weisen darauf hin, dass die Ware unversichert verschickt wird, und bieten eine Versicherung an, die der Kunde bezahlen soll. Doch in Wahrheit trägt der Händler das Versandrisiko, nicht der Kunde, für das Hinsenden wie auch für eine Rücksendung. Im Übrigen ist bei der Post ohnehin jedes Paket mit mindestens 500 Euro versichert – anders als Päckchen. Auch die Klausel: „Bei Transportschäden haften wir nicht, wenden Sie sich an den Spediteur“ greift nicht. Der Kunde kann einwandfreie Ware verlangen, und zwar vom Händler.

Gewähr: Für die Gewährleistung muss der Verkäufer einstehen. Der Kunde braucht sich nicht an den Hersteller verweisen zu lassen. Die Gewährleistungsfrist läuft zwei Jahre. Während der ersten sechs Monate wird bei jedem Sachmangel automatisch davon ausgegangen, dass er von Anfang an vorhanden oder schon im Gerät angelegt war – den Kunden also keine Schuld trifft. Nach den sechs Monaten muss der Kunde beweisen, dass ihn keine Schuld trifft. Im Gewährleistungsfall kann der Kunde nicht einfach vom Kauf zurücktreten oder ein Ersatzgerät verlangen. Vielmehr hat der Händler in der Regel zwei Reparaturversuche. Erst danach kann der Kunde vom Kauf zurücktreten.

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