Bezahlen: Risiko Vorkasse

Erst die Ware, dann das Geld: Der Onlinehandel kehrt das oft um.

Im Onlinehandel gehen sowohl der Kunde als auch der Händler ein Risiko ein: der Kunde, dass er keine Ware erhält; der Händler, dass er kein Geld bekommt. Deshalb läuft ohne Vorkasse oft nichts. Das Oberlandesgericht Hamburg segnete die Klausel ab: „Versand gegen Vorausüberweisung, auf Wunsch ist Abholung der Ware möglich“ (Az. 5 W 162/06). Denn das Risiko des Händlers sei größer als das des Kunden. Schließlich müsse der Händler auch noch die Verpa­ckungs- und Portokosten tragen. Kunden sollten aber darauf achten, dass der Händler nicht nur auf Vorausüberweisung besteht. Seriöse Anbieter lassen die Wahl unter mehreren Bezahlwegen. Im Zweifel empfiehlt es sich, einen Treuhanddienst einzuschalten.

Lastschrift: Der Kunde ermächtigt den Händler, das Geld vom Konto abzubuchen. Vorteil: Kunden können die Abbuchung innerhalb von sechs Wochen ohne Angabe von Gründen widerrufen. Die Bank muss den Betrag dann zurückbuchen. Ihre Kontodaten sollten Sie aber nur online übermitteln, wenn der Händler eine verschlüs­selte Übertragung anbietet. Die erkennen Sie am „https“ in der Adresszeile und am Schlosssymbol unten im Browser.

Überweisung: Wer vor Erhalt der Ware überweist, trägt das volle Risiko, an einen Abzocker zu geraten, der nie liefert.

Rechnung: Hier zahlt der Kunde erst nach Erhalt der Ware. Bei einer Reklamation muss er dem Geld nicht hinterherlau­fen. Den Kauf auf Rechnung bieten manche Händler aber nur Stammkunden an.

Nachnahme: Bezahlt wird sofort bei Lieferung. Der Kunde kann daher sicher sein, etwas zu bekommen – nur weiß er nicht, was. Denn in der Regel muss er schon zahlen, bevor er den Inhalt des Pakets sieht. Es kann also passieren, dass keine Ware drinnen ist. Wenn möglich, sollten Sie daher vor dem Bezahlen ins Paket sehen. Außerdem kostet die Nachnahme Aufpreis, der auch über 10 Euro liegen kann.

Wichtig: Lassen Sie sich die Zahlung quittieren. Wenn der Händler später behauptet, das Paket sei versehentlich ohne Bezahlung ausgeliefert worden, sind Sie in der Beweispflicht (BGH, Az. VIII ZR 369/04).

Kreditkarte: Wenn Sie Ihre Kartendaten verschlüsselt online übertragen, ist das Missbrauchsrisiko gering. Und falls doch ein Gauner an die Daten kommt und damit einkauft, haftet der Kartenbesitzer dafür nicht – es sei denn, er ging fahrlässig mit den Daten um. Läden, die aufgrund online übermittelter Kartendaten Ware verschicken, handeln auf eigenes Risiko.

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