Umtausch und Rückgabe Meldung

Jedes Jahr die gleichen Szenen: Beschenkte rennen nach den Feiertagen in die Läden, um ihre Geschenke umzutauschen oder zurückzugeben. Doch nicht alle Händler spielen mit. Einige lehnen Umtausch oder Rückgabe ab und verweisen darauf, dass es kein generelles Umtauschrecht gibt. test.de sagt, was Sie dennoch tun können.

Umtausch schriftlich regeln

Frohe Botschaft: Viele Händler nehmen die Ware freiwillig zurück. Umtausch oder Rücknahme sind jedoch bloße Kulanz. Verpflichtet sind die Händler dazu nicht. Wer sicher gehen will, vereinbart gleich beim Kauf ein Umtauschrecht. Und zwar am besten schriftlich! Wichtig: Kunden sollten mit dem Händler die Rückgabefrist klären. Auch sollte darin stehen, ob die Ware originalverpackt sein muss.

Ausnahme Haustür- oder Fernabsatzgeschäfte

Für so genannte Fernabsatzgeschäfte - die Bestellung per Katalog, Telefon oder E-Mail - oder Haustürgeschäfte gelten andere Regeln: Hier gilt ein Rückgaberecht von 14 Tagen. Beginn der Frist: Zeitpunkt der Unterschrift beziehungsweise das Eintreffen der Ware. Dabei zählt jeder Tag: Wochenenden oder Feiertage verlängern die Frist nicht. Allerdings dürfen Verkäufer nur dann auf die Frist pochen, wenn sie ordentlich über das Widerrufsrecht informiert haben. Andernfalls verlängert sie sich, bis der Verkäufer die Information nachliefert. Voraussetzung für die Rückgabe: Produkte wie Bücher, CDs oder DVDs wurden nicht geöffnet oder es ist kein individuelles Produkt wie etwa ein maßgeschneiderter Anzug. Bei Waren unter 40 Euro darf der Verkäufer die Rücksendungskosten in Rechnung stellen. Ist die bestellte Ware mehr als 40 Euro wert und hat der Käufer bereits einen Teil des fälligen Betrages vorab bezahlt, muss der Verkäufer die Kosten für die Rücksendung auf jeden Fall übernehmen.

Zwei Jahre Gewährleistung

Wiederum andere Regeln gelten, wenn die verschenkte Ware fehlerhaft ist. In diesem Fall gilt die zweijährige Gewährleistung. Händler sind verpflichtet, die Ware nachzubessern oder für Ersatz zu sorgen. Kann er das nicht, können Kunden den Kaufpreis mindern oder das Geschäft rückgängig machen. Ansprechpartner für die Gewährleistung ist immer der Händler. Verweise auf den Hersteller sollten sich Kunden nicht gefallen lassen. Hilfreich, aber nicht notwendig: Der Kassenbon als Kaufbeleg. Als Nachweis können aber auch Zeugenaussagen gelten oder Kontoauszüge. Die Originalverpackung ist bei Reklamationen nicht erforderlich.

Freiwillige Garantie

Garantie vom Hersteller ist freiwillig. Der Hersteller steht eine bestimmte Zeit lang dafür ein, dass sein Produkt einwandfrei funktioniert. Möglich sind auch beschränkte Garantien. Ob der Fehler schon von Anfang an vorlag, spielt für Garantiefälle keine Rolle. Häufig ist es deshalb bequemer, die Garantie beim Hersteller in Anspruch zu nehmen, statt beim Händler Gewährleistung zu verlangen. Denn in den Gewährleistungsfällen muss grundsätzlich der Kunde beweisen, ob die Ware von Anfang an eine Macke hatte. Nur in den ersten sechs Monaten ab Kauf ist er von dieser Beweispflicht befreit.

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