Umtausch Meldung

Nach Weihnachten beginnt für viele das Umtauschen. Schon der Käufer des Geschenks kann dafür sorgen, dass es klappt.

Es war wirklich lieb gemeint und trotzdem voll daneben: Zwar war der Mann ein absoluter Boxer-Short-Fan, aber gestreift mussten sie sein sowie in dezenten Farben und nicht gelb gepunktet. Seine neue Freundin wusste dies leider nicht und hatte sich deshalb ziemlich vergriffen. Krach unter dem Weihnachtsbaum gab es bei dem frisch verliebten Pärchen trotzdem nicht. Als die junge Frau das entsetzte Gesicht ihres Freundes sah, verkündete sie sofort die Lösung: "Du kannst sie problemlos umtauschen, ich habe mich extra erkundigt."

Kein Recht auf Umtausch

Doch dies tut leider nicht jeder, bevor er beim Weihnachtseinkauf zuschlägt. Viele Kaufhäuser tauschen Ware bei Nichtgefallen aus Kulanz zwar freiwillig um. Doch einen Rechtsanspruch darauf haben die Kunden nicht.

Selbst wenn sich nachträglich herausstellt, dass die Größe nicht stimmt oder das neu gekaufte Computerspiel auf dem Computer nicht läuft: Der Kunde kann die Ware nicht einfach zurückgeben, sondern ist auf den guten Willen des Verkäufers angewiesen.

Zumindest wenn das Geschenk noch unbeschädigt oder sogar in der Originalverpackung ist, zeigen sich die meisten Händler aber kulant. Gegen Vorlage des Kassenbons ist ein Umtausch häufig kein Problem. Wer sichergehen will, fragt aber beim Kauf vorsichtshalber nach und erkundigt sich dabei auch nach der Umtauschfrist. Gerade bei teureren Geschenken ist es besser, sich das Umtauschrecht schriftlich geben zu lassen. Eine Notiz der Verkäuferin auf dem Kassenbon des Geschäfts reicht.

Viele Geschäfte wollen für umgetauschte Ware aber kein Bargeld geben, sondern nur einen Gutschein. Das klärt der Käufer deshalb besser auch vorab. Denn in kleineren Läden findet sich nicht immer etwas Passendes, um den Gutschein einzulösen. Hinzu kommt, dass Gutscheine häufig nur eine bestimmte Zeit gültig sind.

Zu kurz darf die Frist für den Umtausch allerdings nicht sein. So ist es nach einem Urteil des Landgerichts München (Az: 7O2109/95) unzulässig, die Gültigkeitsdauer auf zehn Monate zu begrenzen. Der Kunde sollte deshalb immer darauf bestehen, den Gutschein mindestens ein Jahr lang einlösen zu können. Ohne ausdrückliche Frist gilt ein Einkaufsgutschein nach der Entscheidung des Landgerichts München sogar 30 Jahre lang.

Einen Anspruch auf Bargeld hat der Kunde aber nur, wenn ein Produkt fehlerhaft ist. Dann ist der Verbraucher nicht auf das Wohlwollen des Händlers angewiesen, sondern hat gesetzlich verbriefte Rechte. Innerhalb einer Frist von sechs Monaten kann der Käufer eines fehlerhaften Produkts vier Möglichkeiten nutzen:

Wandlung: Der Kunde bekommt seinen Kaufpreis gegen Rückgabe der Ware erstattet.

Minderung: Der Kunde behält die fehlerhafte Ware, bekommt aber einen Teil seines Kaufpreises zurück.

Umtausch: Bei Serienware kann der Kunde verlangen, dass das kaputte Produkt gegen ein heiles Stück umgetauscht wird.

Schadenersatz: Wenn der Ware eine ausdrücklich zugesicherte Eigenschaft fehlt oder durch das mangelhafte Produkt etwas kaputtgegangen ist, kann der Kunde zusätzlich Schadenersatz fordern. Dies gilt zum Beispiel, wenn die neue Bluse trotz gegenteiliger Zusage der Verkäuferin in der Waschmaschine abgefärbt hat.

Reparatur erlaubt

Die Händler können diese Rechte allerdings einschränken. Insbesondere bei technischen Geräten wie zum Beispiel Videorekordern oder Waschmaschinen behalten sich die meisten Geschäfte zunächst einen Reparaturversuch vor. Dies ist allerdings nur zulässig, wenn es in den allgemeinen Geschäftsbedingungen, dem so genannten Kleingedruckten, steht.

Alles muss sich der Kunde aber nicht gefallen lassen: So ist es trotz einer entsprechenden Klausel im Kaufvertrag unzulässig, die Rechte des Verbrauchers auf die Reparatur der Ware zu beschränken (Bundesgerichtshof, Az: ZR VIII 347/96). Wenn der Werkstattaufenthalt erfolglos bleibt, kann der Verbraucher also doch noch sein Geld zurückverlangen.

Strittig ist, wie viele Reparaturversuche der Kunde dem Händler zugestehen muss. Nach Ansicht der Justiz ist entscheidend, wie dringend die Ware benötigt wird. So hielt das Amtsgericht Mannheim (Az: 1 C 1033/95) bei einem Computer drei Reparaturversuche für unzulässig. Der Käufer benötige das Gerät beruflich, begründete das Gericht sein Urteil. Aber auch bei einer nur privat genutzten Stereoanlage sollte der Verbraucher dem Händler nicht mehr als zwei, in komplizierten Fällen höchstens drei Reparaturversuche zugestehen.

Normalerweise haftet der Verkäufer ein halbes Jahr für fehlerhafte Produkte. War die Ware jedoch zwischendurch in der Werkstatt, verlängert sich die Gewährleistungsfrist um die Zeit der Reparatur. Und die Reparaturkosten einschließlich Transport trägt natürlich der Händler.

Versandhandel

Das gilt auch, wenn der Verbraucher die Ware im Versandhandel gekauft hat. Eine entgegengesetzte Klausel ist nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart (Az: 2 U 89/98) unzulässig. Bei fehlerhafter Ware kann sich der Verbraucher also das Porto sparen und zum Beispiel den kaputten CD-Player auf Kosten des Versandhändlers an diesen zurückschicken.

Einige Besonderheiten muss der Kunde bei Versandgeschäften allerdings beachten. Ein kostenloses Rückgaberecht bei Nichtgefallen ist hier zum Beispiel noch wichtiger als sonst. Schließlich konnte man die Ware vor dem Kauf nicht begutachten. Bei den großen Versandhäusern ist dies auch üblich. Meist hat der Kunde zwei Wochen Bedenkzeit, bevor das Geschäft perfekt ist. Die Bedingungen für den Umtausch stehen in den Katalogen.

Gerade bei Weihnachtsgeschenken sollte der Kunde außerdem auf einem festen Liefertermin bestehen und schon in die Bestellung schreiben, dass nach diesem Datum an der Ware kein Interesse mehr besteht. Kommt das Paket dann nicht rechtzeitig an, braucht der Kunde es nicht anzunehmen und natürlich auch nicht zu bezahlen.

Onlineshopping

Für Teleshopping oder Onlinegeschäfte gelten rechtlich die gleichen Bedingungen wie für den Kauf im Versandhandel. Doch gerade bei Waren, die im Fernsehen angepriesen und telefonisch oder per Internet bestellt werden, weiß der Kunde oft nicht, wie er reklamieren oder umtauschen kann. Schon aus diesem Grund sollte man niemals zahlen, bevor man die Ware in den Händen hat.

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