BA-Förderpolitik: Sparen an der falschen Stelle?

Es ist schon paradox. Geförderte Altenpflege-Umschulungen schreiben seit Jahren eine Erfolgsgeschichte. Die Absolventen finden Jobs, und der Altenpflege-Beruf ist eine Frauendomäne, in der auch die Älteren beste Aussichten auf eine Anstellung haben. Doch gute Vermittlungsquoten und berufliche Perspektiven für eine noch immer auf dem Arbeitsmarkt benachteiligte Personengruppe halten die Bundesagentur für Arbeit (BA) nicht davon ab, auch bei Altenpflege-Umschulungen den Rotstift anzusetzen.

Zwar betont die BA, Umschulungen seien „ein wichtiges Instrument zur aktiven Arbeitsförderung“. Sie kämen aber „erst nach vorrangiger Prüfung anderer kostengünstigerer Instrumente (z.B. Trainingsmaßnahmen) mit vergleichbaren Eingliederungserfolgen in Betracht.“

Das Ergebnis dieser Förderpolitik aber ist ernüchternd: Die BA kürzte ihre Ausgaben für Umschulungen so stark, dass seit Jahresbeginn nur noch wenige Kurse gefördert werden. Damit handelt sie gegen die Einschätzung der eigenen Forschungseinrichtung. Denn das angegliederte Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hält Aus- und Weiterbildungen im Pflegebereich für erfolgreich: Die Eingliederungsquoten für diesen Personenkreis seien deutlich höher als die, die bei der Förderung beruflicher Weiterbildung ansonsten erzielt werden.

Hinzu kommt, dass die BA Umschulungen, die ab dem 1.1. 2006 beginnen, nur noch zwei Jahre lang finanziert. Im dritten Ausbildungsjahr müssen die Träger der Ausbildung, zum Beispiel stationäre Pflegeeinrichtungen, den Schülern neben der Ausbildungsvergütung auch die Weiterbildungskosten erstatten. Das ist immer noch günstiger als nicht-geförderte Erstausbildungen, aber ein zusätzlicher Kostenfaktor.

Wie viele Altenpflege-Umschulungen zukünftig gefördert werden, ist derzeit noch unklar. Die Pflegeschulen melden dagegen schon jetzt einen Mangel an praktischen Ausbildungsplätzen.

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