Umschulung zum Alten­pfleger Staat fördert jetzt drei Jahre lang

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Umschulung zum Alten­pfleger - Staat fördert jetzt drei Jahre lang

Seit April 2013 finanzieren die Arbeits­agenturen Umschu­lungen von Arbeits­losen zu Alten­pflegern drei Jahre lang. Zuvor betrug die Finanzierungs­dauer nur zwei Jahre. Zudem sind ab sofort auch verkürzte Ausbildungen möglich, wenn Bewerber Erfahrungen in der Pflege mitbringen.

Tausende Alten­pfleger fehlen

Alten­pfleger werden dringend gesucht. Rund 10 000 Stellen sind laut Bundes­agentur für Arbeit zurzeit nicht besetzt. Prognosen zufolge wird der Bedarf weiter steigen. Bis zu einer halben Million Voll­zeitkräfte könnten laut einer Studie der Bertels­mann Stiftung im Jahr 2030 fehlen.

Neues Gesetz gegen den Fach­kräfte­mangel

Bislang hat die Politik versucht, mit vielen Kampagnen Bewerber für die dreijäh­rige Ausbildung zum Alten­pfleger zu gewinnen. Doch wer sich bei den ausbildenden Schulen informieren und beraten lassen möchte, wird oft abge­wiesen. Entsprechend schlecht fallen die Ergeb­nisse im Beratungstest der Stiftung Warentest aus. Um den drohenden Fach­kräfte­mangel einzudämmen, soll nun ein neues Gesetz die berufliche Aus- und Weiterbildung in der Alten­pflege erleichtern. Danach können jetzt auch dreijäh­rige Umschu­lungen von Arbeits­losen zu Alten­pflegern komplett von den Arbeits­agenturen finanziert werden. Bislang förderten sie nur zwei Jahre. Die Kosten für das dritte Jahr mussten die Träger der praktischen Ausbildung über­nehmen, also stationäre oder ambulante Pfle­geeinrichtungen. Die neue Regelung gilt für Umschu­lungen, die ab dem 1. April 2013 beginnen und ist befristet bis Ende März 2016.

Verkürzte Umschu­lungen auch für Hilfs­kräfte

Weiterer Baustein des neuen Gesetzes: Ab sofort sind verkürzte Ausbildungen auch für ungelernte und gering qualifizierte Hilfs­kräfte möglich, voraus­gesetzt sie haben Erfahrungen in der Pflege. Wer bereits zwei Jahre lang Voll­zeit in einer ambulanten oder stationären Pfle­geeinrichtung gearbeitet hat, kann die Ausbildung zum Alten­pfleger um ein Jahr abkürzen. Bislang waren verkürzte Ausbildungen bereits qualifiziertem Pflege­personal vorbehalten. Kranken­schwestern oder Heil­erziehungs­pfleger, die umsatteln wollten, konnten die dreijäh­rige Alten­pflege-Ausbildung zum Beispiel um bis zu zwei Jahre verkürzen, Alten­pfle­gehelfer mit ihrer einjährigen Berufs­ausbildung um bis zu ein Jahr.

Kritik von Verbänden

Verbände wie der Deutsche Berufs­verband für Pflegeberufe (DBfK) und der Deutsche Pflegerat kritisieren die erweiterten Möglich­keiten der Verkürzung. „Eine zweijäh­rige Beschäftigung in einer Pfle­geeinrichtung ersetzt in keinem Fall ein Jahr der dreijäh­rigen Berufs­ausbildung in der Alten­pflege“, sagt Franz Wagner vom DBfK. „Außerdem kann es nicht sein, dass eine zweijäh­rige Tätig­keit ohne Qualifikation mit einer einjährigen Berufs­ausbildung zum Alten­pfle­gehelfer gleichgesetzt wird.“ Seine Befürchtung: Am Ende der Ausbildung fehlt es an wichtigen theoretischen Grund­lagen und Kompetenzen in dem Beruf.

Tipp: Welche Berufs­abschlüsse und Qualifizierungen es in der Alten­pflege gibt, zeigt die Über­sicht Altenpflege für Quereinsteiger. Wenn Sie an einer Ausbildung interes­siert sind, sollten Sie sich vorab gut informieren und zum Beispiel bei einer der ausbildenden Berufs­fach­schulen für Alten­pflege beraten lassen. Worauf Sie dabei achten sollten, erfahren Sie im Test Beratung vor der Altenpflege-Ausbildung.

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Gelöschter Nutzer am 04.04.2013 um 06:52 Uhr
Lohndumping durch die Politik

"Um den drohenden Fach­kräfte­mangel einzudämmen, soll nun ein neues Gesetz die berufliche Aus- und Weiterbildung in der Alten­pflege erleichtern. Danach können jetzt auch dreijäh­rige Umschu­lungen von Arbeits­losen zu Alten­pflegern komplett von den Arbeits­agenturen finanziert werden." Was passiert in der Marktwirtschaft, wenn Ressourcen knapp werden? Die preise steigen. In dem Fall sind es die Löhne für die Altenpfleger. Was passiert nun, wenn der Staat das Geld der Bürger nimmt und damit Ressourcen wieder bereitsstellt? Richtig, die preise für die Ressource sinkt. Aber ist doch nett, daß unsere Regierung (ebenso die Opposition ) ganz gezieltes Lohndumping betreiben. Sicher freut sich der eigene Bundestagsabgeordnete über eine freundliche Aufklärung zu diesem Thema.