Umgangs­recht der Groß­eltern Meldung

Kontakt der Groß­eltern mit Enkeln lässt sich nicht erzwingen.

Gegen den Willen der Eltern setzen Oma und Opa nur schwer ein Recht auf Umgang mit den Enkeln durch. Der Bundes­gerichts­hof hat klar­gestellt, dass Groß­eltern den Erziehungs­vorrang der Väter und Mütter akzeptieren müssen (Az. XII ZB 350/16).

In Bayern hatten Eltern den Kontakt ihrer acht und sechs Jahre alten Kinder zu Oma und Opa unterbunden, weil die beiden fortwährend ihre Erziehungs­maßnahmen infrage stellten. Die Groß­eltern schrieben darauf­hin an das Jugend­amt. Sie warfen den Eltern vor, die Kinder seelisch zu miss­handeln und brachten noch weitere Bedenken gegen die Erziehung vor. Außerdem wollten sie die Eltern mit einer Klage vor Gericht zwingen, ihnen ein Umgangs­recht mit den Enkeln zu gewähren. Vor dem Bundes­gerichts­hof zogen sie den Kürzeren. Das Umgangs­recht diene dem Wohl der Kinder, erklärten die Richter. Das sei gefährdet, wenn Eltern und Groß­eltern so zerstritten sind, dass die Kinder in einen Loyalitäts­konflikt geraten und entscheiden sollen, ob sie eher zu Mama und Papa oder zu Oma und Opa halten.

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