Umfrage zur Schaden­regulierung Meldung

Wer berufs­unfähig wird, zum Beispiel als Lehrer, muss oft hart um seinen Versicherungs­anspruch kämpfen.

Eine Mehr­heit von 1 200 Anwälten sagt: Versicherungen vereiteln Ansprüche bewusst. Das kam bei einer Umfrage des Deutschen Anwalt­ver­eins heraus. Sogar Rechts­anwälte, die in erster Linie Versicherungs­unternehmen vertreten, sagen, die Regulierung habe sich verschlechtert. Berufs­unfähigkeit ist häufiger Streitfall.

Schlechter als noch vor fünf Jahren

Versicherer regulieren Schadenfälle heute schlechter als noch vor fünf Jahren. Das jedenfalls ist das Ergebnis einer Umfrage des Deutschen Anwalt­ver­eins (DAV) unter 1 200 Anwälten. 70 Prozent der Anwälte stimmten dieser Aussage zu, 47 Prozent sahen sogar eine deutliche Verschlechterung. Erstaunlich: Sogar Rechts­anwälte, die in erster Linie Versicherungs­unternehmen vertreten, bestätigen den Negativtrend. Auch mehr als die Hälfte dieser Gruppe schätzt die Regulierung als schlechter ein.

Verweigern und verzögern

Die Versicherungen brauchen länger, um Schadens­fälle zu bearbeiten, sagen 63 Prozent der Umfrage­teilnehmer, die die Regulierung für schlechter halten. Leistungen werden unbe­rechtigt gekürzt oder verweigert, bean­standen mehr als die Hälfte (55 Prozent). Weiterer Vorwurf: Die Versicherer verzögern Verfahren bewusst und vereiteln so die Ansprüche. Außerdem bean­standen die Anwälte, dass Versicherungen die Schaden­aufwendungen gering halten wollen und zu wenig Personal beschäftigen.

Berufs­unfähig ist man ganz – oder gar nicht

Besonders oft gibt es Streit um Berufs­unfähigkeits­versicherungen. Arno Schub­ach, Mitglied im Vorstand der DAV-Arbeits­gemeinschaft Versicherungs­recht, erklärt: „Es geht stets um alles oder nichts.“ Berufs­unfähigkeits­versicherer zahlen ganz oder gar nicht. Es gehe um hohe Summen. Betroffene müssten lange und komplizierte Fragebögen beant­worten und sich aufwendigen Unter­suchungen unterziehen.

Tipp: Alle Tests und Infos zum Thema Berufs­unfähigkeit bietet das Themenpaket Berufsunfähigkeit. Es hat 49 Seiten und kostet 5 Euro.

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