Umfrage Stromanbieter Test

Je höher die Strompreise steigen, desto mehr Kunden wechseln ihren Versorger. Meist klappt der Wechsel reibungslos. Teilnehmer der Umfrage auf test.de berichteten jedoch auch über lange Warte­zeiten und schlechte Kommunikation. Hier die Ergebnisse.

Pannen leicht möglich

Für Stromkunden ist der Wechsel einfach. Sie melden sich nur beim neuen Versorger an. Für die Versorger beginnt damit jedoch ein komplizierter Prozess: Zuerst schicken sie die Kündigung an den alten Versorger. Dann informieren sie den Betreiber des lokalen Stromnetzes über die Versorgung des Neukunden. Zählerstände, Kundennummern, Jahresverbrauch - eine ganze Reihe von Daten werden hin- und hergeschickt. Da kann schon mal etwas durcheinandergeraten.

Wechsel schwer gemacht

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Die Schwierigkeiten beginnen bereits, wenn die Adressdaten auf der Anmeldung von den Informationen des bisherigen Versorgers abweichen. Ein neuer Straßenname, Umlaute oder Zahlendreher genügen, damit er die Kündigung nicht zuordnen kann. Dadurch verzögert sich der Wechsel. Es gibt aber auch Hinweise, dass manche Versorger ihre Kunden nur ungern gehen lassen und auffällig viel Zeit für die Schluss­abrechnung benötigen. 17 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, dass der alte Anbieter den Wechsel verzögerte.

Die Schuld der Anderen

Probleme machten jedoch auch die neuen Anbieter. Etliche Teilnehmer der Umfrage beklagten, nach der Anmeldung sei lange nichts passiert. Für Nachfragen sei der Anbieter nicht oder nur schwer erreichbar gewesen. Und selbst dann schoben sie jede Schuld von sich. In der Tat sind manche Stromversorger schlicht überfordert mit der Flut von Neuanmeldungen. Beispiel Teldafax Energy: Das im Februar 2007 gegründete Unternehmen ist in 12 Monaten von Null auf 400 000 Kunden durchgestartet. Ursprünglich hatte Teldafax mit deutlich weniger Kunden gerechnet. Die Schuld für langsame Wechselvorgänge sieht Klaus Barth, Vorstandsvorsitzender der Teldafax Holding, trotzdem bei den alten Anbietern. Die hätten ihre Kunden nicht fristgerecht übergeben.

Geld schnell abgebucht

Hinter zögerlicher Bearbeitung kann jedoch auch System stecken. Immer wieder beschweren sich verärgerte Leser über Anbieter mit besonders günstigen Vorkasse- und Sonderabschlagstarifen, wie zum Beispiel Bonusstrom, Flexstrom und Teldafax. Oft buchen die Unternehmen das Geld schon wenige Tage nach Vertragsschluss ab. Danach herrscht Funkstille. Schlägt die Umstellung auf den neuen Versorger fehl, laufen die Kunden ihrem Geld hinterher. Manche Umfrageteilnehmer fanden dafür deutliche Worte: „Strommafia. 200 Euro abgebucht, ansonsten nix passiert. Keine Antwort. Warte noch heute. Erst nach Einschalten eines Anwalts hat sich der Anbieter gemeldet.“

Zufriedenheit überwiegt

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Mit ihrem Ärger stehen Stromwechsler oft allein da. Neuer und alter Versorger schieben sich die Schuld gegenseitig in die Schuhe. Ob und wann die Lieferung beginnt, kann niemand sagen. Zum Glück macht nicht jeder Stromwechsler solch schlechte Erfahrungen. Meist verläuft die Umstellung problemlos. Drei von vier Umfrage­teil­nehmern waren mit dem Wechsel­vorgang zufrieden. 61 Prozent bezogen spätestens nach acht Wochen Strom vom neuen Versorger. Dank des neuen Anbieters sparen sie nun zwischen 50 und 200 Euro im Jahr. Im Durch­schnitt rund 110 Euro.

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