Rechtsfragen: Keine Erfolgsgarantie

Der Arzt haftet nicht, wenn die Operation ordnungsgemäß ablief.

Berufsbild: „Schönheitschirurgie“ oder „Kosmetische Chirurgie“ kommen in der Weiterbildungsverordnung der Bundesärztekammer nicht vor. Die Begriffe sind nicht geschützt. Eine definierte Facharztqualifikation gibt es dafür nicht, außer der Spezialisierung zum plastischen Chirurgen oder entsprechender Zusatzqualifikation.

Arztvertrag: Der Arztvertrag beschränkt sich auf die sachgerechte Durchführung – ein Behandlungserfolg wird nicht geschuldet. Geschuldet wird das Bemühen um den Erfolg. Aus dem Behandlungsvertrag erwächst keine „Gesundheitsga­ran­tie“, auch keine ästhetische Garantie.

Honorar: Leistungen werden meist nach der Gebührenordnung für Ärzte abgerechnet (GOÄ). Abweichungen sind nur in engen Grenzen aufgrund einer besonderen Vereinbarung möglich – wie auch freie Honorarvereinbarungen. 9 500 Euro pauschal für eine Brustverkleinerung sind zum Beispiel zu viel, da auch für Privatbehandlungen die Gebührenordnung gilt, wenn der Vertrag direkt mit dem Arzt und nicht – wie häufig – mit der Klinik geschlossen wird, so der BGH (Az. III ZR 223/05).

Aufklärung: Dazu zählt ein detaillierter Kostenvoranschlag, inklusive z. B. Narkose und Nachuntersuchungen. Risikoauf­klä­rung muss rechtzeitig erfolgen, sie ist unzulässig am Vorabend des Eingriffs. Der Arzt ist zur umfassenden, genauen und persönlichen Aufklärung verpflichtet, nicht nur per Aufklärungsbogen. Sonst könnte daraus ein Anspruch auf Schmerzensgeld und Schadenersatz abgeleitet werden.

Beweislast: Betroffene tragen außer bei gravierenden Fällen die Beweislast für einen Behandlungsfehler als Ursache für entstan­denen Schaden. Unzufriedenheit mit dem Ergebnis begründet keinen Anspruch auf Schadenersatz, wenn der Eingriff ordnungsgemäß durchgeführt wurde.

Ausland: Rechtsverfolgung schwierig. Meist gilt eher das Recht des Landes. Es ist schwieriger durchzusetzen. Für Patienten besteht somit erhebliche Unsicherheit. Beratung und Anreise zur Operation im Ausland sollten zeitlich getrennt werden.

Kassen: Sie zahlen für Schönheitsope­ra­tionen nicht, seit diesem Jahr meist auch nicht für Folgeeingriffe, die sich aus einer missglückten Operation ergeben können.

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