Interview: Lebensdauer von Notebook-Akkus ist besser als ihr Ruf

Doch die potenten Energiespeicher sollten richtig behandelt werden.

Handy- und dann auch Notebookakkus entflammten und explodierten, worin besteht die Gefahr?

Dass sich Lithium-Ionen-Akkus erwärmen, ist nicht ungewöhnlich. Nur wenn Produktionsmängel vorliegen und alle Schutzmechanismen versagen, können sie im Extremfall platzen und explosionsartig entflammen. Trotz jährlich rund zwei Milliarden für Notebooks und Handys produzierten Li-Ion-Akkus fallen die bisher bekannten Einzelfälle statistisch nicht auf. Dennoch rate ich zu bewusstem Umgang mit Akkus.

Was sollte aus Sicherheitsgründen beherzigt werden, damit der Akkugebrauch eine sichere Sache bleibt?

Li-Ion-Akkus dürfen keinesfalls geöffnet werden, etwa um eine defekte Zelle auszutauschen. Außerdem sollte nur das ­Originalnetzteil verwendet werden. Ein falsches Ladegerät oder ein beschädigtes Ladekabel können ebenfalls riskant sein.

Wie lange kann ein Li-Ion-Akku überhaupt durchhalten?

Bei guter Behandlung und in Geräten mit optimaler Ladeelektronik kann ein Li-Ion-Akku durchaus zwei, drei Jahre ohne allzu großen Verlust an Kapazität durchhalten. Bei intensiver Nutzung oder extremen Temperaturen kann die Akkuleistung aber auch in kürzerer Zeit deutlich nachlassen. Außerdem sollte man einen leeren Akku nicht lange herumliegen lassen, da es sonst zur Tiefentladung kommen kann. Und die kann den Akku mit einem Schlag einiges an Lebensdauer kosten.

Was ist beim stationären Einsatz eines Notebooks zu beachten?

Wenn das Notebook längere Zeit mit einem Netzteil betrieben wird, sollte der Akku aus dem Notebook entnommen werden. Er „lebt“ länger, wenn er knapp halbvoll geladen bei Zimmertemperatur gelagert und etwa alle drei Monate etwas nachgeladen wird. Den Akku dann auch noch im Kühlschrank zu lagern, bringt vergleichsweise wenig. Außerdem riskiert man dabei, dass Feuchtigkeit durch Kondenswasser den Akku beschädigt.

Unserer Umfrage nach klagen etliche Notebooknutzer über eine nachlassende Akkukapazität. Wie kann man vorbeugen?

Richtig laden ist wichtig: Li-Ion-Akkus sind meist erst nach zweieinhalb Stunden wirklich voll – auch wenn die Ladestandanzeige von Handys und Notebooks oftmals schon nach kaum einer Stunde „Akku voll“ meldet. Außerdem sollte der Akku möglichst kühl bleiben, denn Temperaturen über 65 Grad knabbern an der Lebensdauer. Das passiert womöglich schon dann, wenn am Notebook im Akkubetrieb Lüftungsschlitze verdeckt sind – zum Beispiel durch flauschige Tischdecken oder beim DVD-Gucken im Bett.

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