Überweisungen in Euroland Meldung

Die Preise für Banküberweisungen in andere Euro-Länder sind oft immer noch hoch. Es gibt günstige Alternativen.

Es gibt viele Gründe, Geld ins Ausland zu schicken:  Der Vermieter des Ferienhauses in der Toskana will eine Anzahlung, der im Internet ersteigerte antike Steiff-Teddy muss beim spanischen Anbieter bezahlt werden oder die in Frankreich studierende Nichte soll zum Geburtstag ein paar Scheine bekommen. Doch wie kommt das Geld am günstigsten an seinen Adressaten?

Die Euros in einen undurchsichtigen Briefumschlag zu stecken und per Post zu verschicken ist zwar billig, aber sehr gefährlich. Man muss damit rechnen, dass der Brief verloren geht. Selbst wenn er ankommt, ist der Eingang beim Empfänger kaum zu beweisen. Die gleichen Probleme gibt es, wenn ein Verrechnungsscheck verschickt wird.

Teure Banken

Die übliche und sicherste Variante ist, Bargeld direkt auf das Girokonto des Empfängers zu überweisen. Finanztest hat bei 54 Banken nachgefragt, was die Überweisung von 1 500 Euro in eines der elf anderen Euro-Länder kostet, wenn der Auftraggeber die im Inland anfallenden Kosten übernimmt und der Empfänger die im Ausland anfallenden (Share-Regelung). Die Spanne ist groß. Bei der Commerzbank bleibt die Überweisung kostenlos, wenn der Privatkunde sie online in Auftrag gibt (sonst 12,50 Euro). Bei der Citibank kostet die Auslandsüberweisung 24,29 Euro.

Einheitliche Preise gibt es nicht. Denn bisher gibt es kein einheitliches Überweisungsverfahren für Kleinbeträge bei den deutschen Kreditinstituten.

Auch andere Banken honorieren es, wenn der Kunde für die Auslandsüberweisung den Computer nutzt. Bei der Deutschen Bank 24, der Hypovereinsbank, der Postbank und der Vereins- und Westbank kostet sie dann nur 1,50 Euro (sonst 8,50 Euro, 7,50 Euro, 8,00 Euro und 7,50 Euro).

Günstig ist es auch, wenn die Kunden die bankeigenen Verfahren der Volks- und Raiffeisenbanken „Tipanet“ und der Sparkassen „S-Interpay“ nutzen können. Dann kostet eine Überweisung in eines der elf anderen Euro-Teilnehmerländer pauschal 7,50 Euro oder 7,67 Euro. Allerdings sind mit Tipanet keine Überweisungen nach Portugal, Luxemburg und Griechenland möglich. Dort greifen die Banken auf die konventionelle Abwicklung zurück, was die Kosten fast verdoppelt.

Wichtige Angaben

Richtig teuer wird eine Auslandsüberweisung immer dann, wenn wichtige Angaben auf dem Überweisungsformular fehlen. Der Versender muss den Namen des Empfängers, den Euro-Betrag und vor allem die internationale Bankkontonummer (IBAN) des Empfängers und den Bank-Identifizierungs-Code (BIC) der Bank des Empfängers kennen. Fehlen IBAN und/oder BIC fällt die Überweisung aus der automatischen Bearbeitung heraus und wird per teurer Handarbeit erledigt.

IBAN und BIC weiß nur der Empfänger selbst. Sie müssen also bei ihm erfragt werden. Immer häufiger stehen die Nummern aber bereits auf den ausländischen Rechnungen. Den BIC findet man auch unter www.swift.com/biconline/index.cfm

Ohnehin sind die hohen Preise für Überweisungen ins EU-Ausland im nächsten Jahr passee. Denn ab 1. Juli 2003 sind die Kreditinstitute durch die Überweisungsrichtlinie der EU verpflichtet, dafür nur so viel zu verlangen wie für Inlandsüberweisungen. Und die sind in Deutschland kostenlos.

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