Über­setzungs-Apps im Test Die meisten tragen wenig zur Völker­verständigung bei

19
Über­setzungs-Apps im Test - Die meisten tragen wenig zur Völker­verständigung bei
Bestohlen oder gestohlen – das ist hier die Frage. © Getty Images / Stiftung Warentest (M)

Die Stiftung Warentest hat 15 Über­setzungs-Apps geprüft, darunter Pons und Google Über­setzer. Alle Apps im Test lassen sich gratis verwenden, einige bieten ihren vollen Funk­tions­umfang aber nur in der Bezahl­variante. Testbasis waren typische Urlaubs­dialoge, die wir ins Eng­lische, Französische, Italienische, Spanische und Türkische über­setzten. Schon bei einfachen Sätzen haperte es oft. Keine App kommt über die Note Befriedigend hinaus. Oft gibt es Probleme mit dem Daten­schutz.

Über­setzungs-Apps im Test Testergebnisse für 15 Über­set­zungs-Apps 05/2020

Liste der 15 getesteten Produkte
Über­set­zungs-Apps 05/2020 - Android
  • Google Übersetzer Hauptbild
    Google Übersetzer
  • iTranslate Pro Hauptbild
    iTranslate Pro
  • Microsoft Übersetzer Hauptbild
    Microsoft Übersetzer
  • Nyxcore Sprachübersetzer Hauptbild
    Nyxcore Sprachübersetzer
  • Pons Übersetzer mit Wörterbüchern Hauptbild
    Pons Übersetzer mit Wörterbüchern
  • Promt.One Übersetzer Premium Hauptbild
    Promt.One Übersetzer Premium
  • SayHi Übersetzen Hauptbild
    SayHi Übersetzen
  • Talkao Translate Übersetzer Stimme & Wörterbuch Premium Hauptbild
    Talkao Translate Übersetzer Stimme & Wörterbuch Premium
Über­set­zungs-Apps 05/2020 - iOS
  • Google Übersetzer Hauptbild
    Google Übersetzer
  • iTranslate Pro Hauptbild
    iTranslate Pro
  • Microsoft Übersetzer Hauptbild
    Microsoft Übersetzer
  • Pons Übersetzer mit Wörterbüchern Hauptbild
    Pons Übersetzer mit Wörterbüchern
  • Promt.One Übersetzer Premium Hauptbild
    Promt.One Übersetzer Premium
  • SayHi Übersetzen Hauptbild
    SayHi Übersetzen
  • Talkao Translate Übersetzer Stimme & Wörterbuch Premium Hauptbild
    Talkao Translate Übersetzer Stimme & Wörterbuch Premium

7 von 15 Über­setzungs-Apps im Test sind komplett gratis

Die Corona-Krise ist auch eine Chance, um zu Hause Dinge zu tun, zu denen man sonst nie kommt – zum Beispiel endlich mal wieder die eigenen Fremd­sprachen-Kennt­nisse aufzubessern. Grund­sätzlich lassen sich alle Apps aus dem Test der Stiftung Warentest kostenlos nutzen – einige haben in den Gratis-Varianten aber Einschränkungen. Wer den vollen Funk­tions­umfang frei­schalten will, zahlt dann meist rund 2,50 bis 5 Euro für einen Monat. Die gute Nach­richt für Sparfüchse: 7 der 15 geprüften Über­setzungs-Apps sind komplett gratis.

Über­setzungs-Apps: Das hat die Stiftung Warentest geprüft

Test­ergeb­nisse.
Unsere Tabelle zeigt Bewertungen für insgesamt 15 Über­setzungs-Apps von Google, Microsoft, Pons, iTrans­late, Nyxcore, Promt, SayHi und Talkao. Fast alle Apps im Test gibt es sowohl für Android als auch für iOS – einzig Nyxcore bietet nur eine Android-Version. Als Besonderheit hat die Stiftung Warentest zusätzlich DeepL geprüft, einen Über­setzungs-Dienst, der bislang nicht als App verfügbar ist, sondern über die Anbieter-Website oder ein PC-Programm läuft.
Kauf­beratung und Tipps.
Wir sagen, welche App mit der besten Über­setzungs-Leistung punktet, wer bei der Hand­habung die Nase vorn hat – und für welche App sich ein kosten­pflichtiges Abo am ehesten lohnt. Außerdem erklären wir, was Nutzer von Über­setzungs-Apps bei Reisen außer­halb der EU beachten sollten, um Probleme zu vermeiden.
Heft­artikel.
Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf das PDF zum Testbe­richt aus test 5/2020.

Text- oder Sprach­eingabe ins Handy, Text­erkennung per Kamera

Alle Über­setzungs-Apps im Test sind in der Lage, sowohl geschriebene Texte als auch ins Handy gesprochene Wörter und Sätze zu über­setzen. Einige können sogar via Handy-Kamera Texte in Fotos erkennen – hilf­reich etwa, wenn man eine Speisekarte über­setzen will. Die Stiftung Warentest hat alle drei Szenarien mit den Sprachen Deutsch, Eng­lisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Türkisch geprüft – die Apps beherr­schen meist aber noch viel mehr Sprachen, von Afrikaans bis Zulu.

Manche Über­setzungs-Apps funk­tionieren auch offline

Praktisch ist auch der Offline-Modus: Wenn gerade kein Mobil­funk­netz und kein WLan zur Verfügung stehen oder das Surfen außer­halb der EU sehr teuer wäre, ist es hilf­reich, dass manche Apps auch ohne Internet­verbindung jeden beliebigen Text über­setzen können. Der Test zeigt, welche Apps offline funk­tionieren und welche nicht.

Der Praxis-Test: Gestohlene Menschen und ein simulierter Phallus

Beim Über­setzen kann vieles schief gehen. Die Stiftung Warentest stieß im Test sowohl auf schwache Grammatik als auch auf sinn­entstellende Über­setzungen. So machte eine App aus dem deutschen Satz „Ich wurde bestohlen“ den eng­lischen Satz „I was stolen“, was allerdings bedeutet: „Ich wurde gestohlen“. Eine andere App über­setzte den Fußball-Begriff „Foul“ mit „Phallus“ – und aus der „Schwalbe“ (dem vorgetäuschten Foul) wurde ein „simulierter Phallus“.

“All I under­stand is train station“

Eher zum Spaß probierten die Tester einmal aus, wie die geprüften Apps die deutsche Redewendung „Ich versteh nur Bahnhof“ über­setzen – was in einem Fall zu der wörtlichen, aber für eng­lische Mutter­sprachler völlig unver­ständlichen Über­setzung „All I under­stand is train station“ führte. Gerade Redewendungen, bild­liche Sprache, Witze und Fachjargon sind für Über­setzungs-Apps oft große Heraus­forderungen. Bei der Sprach­eingabe kommen mitunter Umwelt­geräusche, Nuscheln oder Dialekte als weitere Problem­faktoren hinzu. Eine besonders perfide Hürde sind auch doppeldeutige Begriffe: So könnte etwa ein Straßenschild mit der Aufschrift „Fine for parking“ zwei völlig gegen­sätzliche Bedeutungen haben: entweder „Gut zum Parken“ oder „Geld­strafe fürs Parken“. Im Testbe­richt finden Sie eine Aufzählung der schönsten Stilblüten aus unserem Test.

19

Mehr zum Thema

  • Online-Ausweis­funk­tion So nutzen Sie den digitalen Ausweis

    - Dank der Online-Ausweis­funk­tion lassen sich von Kfz-Zulassung bis Bafög-Antrag bereits einige Dinge online erledigen. Das funk­tioniert auch mit dem Smartphone.

  • Apps zur Bild­bearbeitung im Test Zu schön, um wahr zu sein

    - Schattig, schief und lang­weilig: So sieht manches Smartphone-Foto aus. Bild­bearbeitungs-Apps helfen. Eine ist im Test deutlich besser als die ab Werk vorinstallierten.

  • Blitzer-App Ist die Warnung vor Radarfallen legal?

    - Für Auto­fahrer ist die Nutzung einer Blitzer-App illegal. Bei einem Verstoß droht dem Fahrer mindestens ein Bußgeld in Höhe von 75 Euro und ein Punkt in Flens­burg.

19 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

acky am 28.11.2020 um 17:51 Uhr
Yandex Translate nicht vergessen!

Nach meiner Erfahrung ist die Qualität der Übersetzungen im Allgemeinen mit Google Translate vergleichbar, bei Deutsch - Russisch noch etwas besser. Bei dieser Sprachkombination ist Yandex ohnehin unschlagbar, denn wenn man einzelne Wörter eingibt spuckt die App auch noch zahlreiche Textbeispiele aus - und ist damit besser als jedes Wörterbuch!
Dass die Apps tragen wenig zur Völker­verständigung beitragen kann ich übrigens gar nicht bestätigen. Gerade hierfür nutze ich sie regelmäßig. Allerdings braucht es etwas Übung bis man weiß, wie man App-verständlich formuliert.
Übrigens: Die Überlegenheit von DeepL, auch bezüglich Korrektur- und Gestaltungsmöglichkeiten kann ich ebenfalls bestätigen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 15.06.2020 um 09:40 Uhr
Grammatikhilfe Englisch "grammarly"

@m.pietrowski: Die App haben wir nicht untersucht und können leider keine Einschätzung geben. (DB)

m.pietrowski am 14.06.2020 um 13:02 Uhr
Grammatikhilfe Englisch "grammarly"

Hallo liebe TesterInnen,
ich interessiere mich für die kostenlose grammarly App. Können Sie mir bitte mitteilen, ob es hier evtl. "Fallgruben" gibt? Werbung wird es sicher geben, aber das würde ich in Kauf nehmen, wenn es ansonsten keine bösen Überraschungen für meinen PC oder ähnliches gibt. Wie sehen Sie das?
Vielen Dank für Ihre Mühe und
freundliche Grüße
Marlis Pietrowski

Profilbild Stiftung_Warentest am 28.05.2020 um 09:46 Uhr
Linguee, Dict und Co.

Wir haben Übersetzungs-Apps und nicht Wörterbuch-Apps getestet. Dabei ging es um ein Urlaubszenario, bei dem ganze Sätze übersetzt werden sollten. Das ist das Kriterium, weshalb Apps, die wie ein Wörterbuch aufgebaut sind, nicht einbezogen wurden. Sie wären nicht vergleichbar gewesen mit den Apps, die als „Übersetzer“ entwickelt wurden. (DB)

Profilbild Stiftung_Warentest am 26.05.2020 um 11:59 Uhr
Produktauswahl

Wir können leider nicht alles testen, die Prüfung eines einzigen Tools kann mehrere Tausend Euro kosten. Wir müssen deshalb den Markt mit relativ wenigen Produkten möglichst gut abbilden. Bei der Produktauswahl sind Downloadzahlen und Marktbedeutung ein wichtiges Auswahlkriterium. Produkte mit vergleichsweise geringer Marktgängigkeit fallen meist durchs Raster. Wenn ein Produkt nicht im Testfeld berücksichtigt wird, ist dies jedoch nicht mit einer Negativwertung verbunden. Uns sind schlicht und einfach Grenzen gesetzt. (DB)