Ulrich M. aus Stuttgart: Ich investiere seit sechs Jahren 300 Mark im Monat in eine Kapitallebensversicherung. Jetzt habe ich gelesen, dass die Lebensversicherer ihre Überschüsse senken. Was heißt das für mich?

Finanztest: Ob auch Ihre Versicherungsgesellschaft wegen sinkender Erträge einmal weniger auszahlen wird als prognostiziert, können wir Ihnen nicht sagen. Derzeit ist allerdings die gesamte Lebensversicherungsbranche von sinkenden Kapitalerträgen betroffen. Das hängt mit den niedrigen Zinsen und den fehlenden Gewinnen an den Aktienmärkten zusammen.

Die Erträge, die eine Kapitallebensversicherung oder eine private Rentenversicherung abwirft, bestehen immer aus einem garantierten und einem nicht garantierten Teil. Der garantierte Teil der Verzinsung des Sparanteils ­ bei Neuverträgen beläuft sich der Zinssatz aktuell auf 3,25 Prozent im Jahr ­ ist von einer Senkung nicht betroffen. Gesenkt werden kann hingegen der nicht garantierte Anteil aus Überschüssen ­ der bewegt sich zwischen 3,5 und 4 Prozent im Jahr. Durchschnittlich müssen Versicherte hier mit Kürzungen um 1 bis 1,5 Prozentpunkte rechnen.

Der Großteil dieser Überschussbeteiligung entsteht durch Kapitalerträge, die eine Gesellschaft durch die Anlage des Kundengeldes am Kapitalmarkt erwirtschaftet. Wirft diese Geldanlage weniger ab als zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses erwartet, wird den Kunden später natürlich entsprechend weniger ausgezahlt.

Sie sollten bei Ihrer Versicherungsgesellschaft nachfragen, wie es um die Überschussbeteiligung steht. Dann erfahren Sie, ob Ihnen durch eine geringere Rendite eine Versorgungslücke entsteht, die Sie durch zusätzliches Sparen stopfen müssen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 165 Nutzer finden das hilfreich.