Konto­pfändung: Das Pfändungs­schutz­konto

Nur wenn Kunden ihr gewöhnliches Giro­konto in ein Pfändungs­schutz­konto („P-Konto“) umwandeln lassen, sind ihre Einkünfte bis zu 1 029 Euro im Monat geschützt. Wer für andere Menschen Unterhalt leisten muss, etwa für den Ehepartner oder für Kinder, kann einen noch höheren Betrag schützen lassen.

Konto­pfändung

  • Zu einer Konto­pfändung kann es zum Beispiel kommen, wenn ein Schuldner auf Mahn­bescheid und Voll­stre­ckungs­bescheid des Amts­gerichts nicht reagiert oder nicht zahlen kann. Mit Zustimmung des Gerichts kann der Gläubiger anschließend das Konto pfänden lassen.
  • Reagiert der Schuldner nicht, kann die Bank die Konto­eingänge komplett pfänden – der Schuldner kommt dann nicht mehr an sein Geld. Besser früh um den Pfändungs­schutz kümmern, wenn eine Pfändung droht.
  • Um ihre Einkünfte vor der Pfändung zu schützen, müssen die Bank­kunden das Giro­konto in ein Pfändungs­schutz­konto („P-Konto“) umwandeln lassen. Damit sind auto­matisch 1 028,89 Euro im Monat vor der Pfändung sicher.
  • Ein P-Konto schützt nicht, wenn das Konto über­zogen ist und die Bank die Über­ziehungs­schulden ausgleichen will. Sie darf dann die Zahlungs­eingänge verrechnen. Sozial­einkünfte wie etwa die gesetzliche Rente, das Arbeits­losengeld I, das Arbeits­losengeld II („Hartz IV“) oder das Kinder­geld sind auf einem P-Konto aber für zwei Wochen vor dem Zugriff der Bank geschützt.

Das Pfändungs­schutz­konto

  • Bei einem P-Konto sind auto­matisch alle Einkünfte geschützt – ganz egal, worum es sich dabei handelt. Praktisch: Der Kunde kann ein P-Konto auch rück­wirkend einrichten: Sobald die Pfändung bei der Bank eingeht, bleiben dem Kunden noch vier Wochen, um sein Giro­konto in ein P-Konto umzu­wandeln und seine Einkünfte bis zu der Grenze von 1 028,89 Euro nach­träglich zu sichern. Die Bank braucht möglicher­weise einige Tage, um das Konto umzu­wandeln.
  • Schuldet der Bank­kunde anderen Menschen Unterhalt, kann er den Frei­betrag auch erhöhen lassen. Muss er Unterhalt für eine Person zahlen, zum Beispiel für den Ehegatten oder ein Kind, erhöht das den Betrag um 387,22 Euro auf 1 416,11 Euro. Für jeden weiteren Menschen, den er unterstützt, kommen 215,73 Euro hinzu. Bei zwei unter­halts­berechtigten Personen beträgt der Frei­betrag dann 1 631,84 Euro.
  • Um den Frei­betrag zu erhöhen, muss der Kunde bei vielen Instituten eine Bescheinigung einreichen, die von einem Arbeit­geber, einem Sozial­leistungs­träger oder von einer Familien­kasse unter­schrieben werden muss. Auch einige Schuldnerberater, Rechts­anwälte und Steuerberater dürfen die Bescheinigung ausstellen. Schuldnerberater und Banken haben dazu eine Musterbescheinigung für das P-Konto verfasst.
  • Die Umwandlung in ein P-Konto ist kostenlos. Manche Banken verlangen jedoch einen Aufschlag für die Führung des P-Kontos – obwohl das nicht zulässig ist. Der Bundes­gerichts­hof hat im November 2012 in zwei Urteilen fest­gehalten, dass ein P-Konto nicht teurer sein darf als ein gewöhnliches Stan­dard­konto mit vergleich­barem Leistungs­umfang (Az. XI ZR 145/12 und XI ZR 500/11).
  • Die Sparkasse Bremen hatte für ein P-Konto monatlich 7,50 Euro verlangt und auch einige Buchungen in Rechnung gestellt. Für ein vergleich­bares Giro­konto kassierte sie hingegen nur 4,00 bis 6,75 Euro. Die Sparkasse Amberg-Sulzbach berechnete monatlich 10 Euro für das P-Konto und 3 Euro für vergleich­bare Giro­konten. Das berichtet die Nach­richten­agentur AFP.

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