Konto­über­ziehung: Vorsicht beim Dispo

Über­schuldung Special

Für die Konto­über­ziehung muss der Kunde nicht nur horrende Zinsen zahlen. Die Bank kann den Dispo auch streichen und den Zahlungs­eingang einbehalten. Den Kunden droht die Pleite. test.de sagt, wie Schuldner die Einkünfte schützen.

Dispo gestrichen

  • Achtung: Die Bank kann den Disporahmen jeder­zeit streichen. Sie behält dann einen Teil des Konto­eingangs ein, um die Disposchulden zu „verrechnen“. Ob dem Kunden genug zum Leben bleibt, ist ungewiss. Mehr zu den Disposchulden
  • Besonders bitter: Meistens streicht die Bank den Dispo, wenn ein Kunde in Not gerät – zum Beispiel, weil er die Arbeit verloren oder eine Eides­statt­liche Versicherung abge­geben hat. Der Pfändungs­schutz gilt leider nicht für die Schulden beim Dispo.
  • Trotzdem können Kunden ihre Einkünfte schützen. Sozial­leistungen darf die Bank zwei Wochen lang nicht verrechnen. Daher gilt: Sozial­leistungen schnell abheben, wenn die Bank den Dispo kündigt. Zu den Sozial­leistungen zählen zum Beispiel die staatliche Rente, das Arbeits­losengeld I, Hartz IV und das Kinder­geld.
  • Noch besser ist ein Konto bei einer anderen Bank. Die Kunden können dann ihre Einkünfte auf das andere Konto umleiten. So behalten sie die Kontrolle über ihr Geld. Das erleichtert das Verhandeln mit der Bank.
  • Doch nicht jeder bekommt ein neues Konto – manche Kunden sind schon als säumige Schuldner bekannt. Sie sollten dann nach einem „Konto für jedermann“ fragen. Mehr zu dem „Konto für jedermann“

Unver­schämt hohe Zinsen

  • Auch wenn die Bank den Dispo nicht streicht, kommt die Konto­über­ziehung den Kunden teuer zu stehen. Finanztest hat rund 1 566 Banken und Sparkassen nach den Dispozinsen befragt. Ergebnis: Die Zins­sätze liegen bei durch­schnitt­lich 11,76 Prozent. Mehr zu Dispozinsen
  • Grund­sätzlich gilt: Kaum ein Kredit ist so teuer wie der Dispo. Wer sein Konto zum Beispiel dauer­haft mit 2 000 Euro über­zieht, zahlt pro Jahr etwa 220 Euro und mehr – je nachdem, welchen Zins­satz die Bank verlangt. Kunden sollten das Konto also niemals für lange Zeit über­ziehen.
  • Güns­tiger ist meistens ein Abruf­kredit, den der Kunde bei jeder Bank beantragen kann. Ähnlich wie beim Dispo gewährt die Bank einen Kredit­rahmen, den Kunden beliebig ausschöpfen können. Wie beim Dispo kann sich der Zins­satz jeder­zeit ändern. Auch Raten­kredite sind meistens güns­tiger. Lauf­zeit, Zins und monatliche Rück­zahlrate stehen von vorneherein fest.
  • Wer bereits tief im Dispo steht, sollte das Gespräch mit der Bank suchen. Manchmal wandelt die Bank den Dispo in einen Raten­kredit um – zu geringeren Zinsen. Achtung: Das Konto nicht noch einmal über­ziehen!

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