Eides­statt­liche Versicherung: Alles offenlegen

Über­schuldung Special

Auf Antrag des Gläubigers kann das Gericht eine Eides­statt­liche Versicherung verlangen. Schuldner fürchten sich davor, ihre Einkünfte offen­zulegen. Doch die Eides­statt­liche Versicherung hat auch Vorteile.

Unangenehmer Eid

  • Auf Antrag des Gläubigers ordnet das Gericht eine Eides­statt­liche Versicherung an, früher „Offen­barungs­eid“ genannt. Das ist häufig der Fall, wenn eine Pfändung durch den Gerichts­voll­zieher nicht zum Erfolg führt. Der Schuldner muss Einkünfte und Vermögen offen legen. Dabei steht er unter Eid. Wenn er lügt, macht er sich strafbar.
  • Eine Eides­statt­liche Versicherung kann noch vor Ort durch den Gerichts­voll­zieher abge­nommen werden, wenn bei einer Pfändung nicht viel zu holen war. Manchmal muss ein Schuldner aber auch vor Gericht erscheinen. Bei der Eides­statt­lichen Versicherung muss ein Schuldner erläutern, wo er arbeitet, wie viel er verdient, ob er Wert­volles besitzt und ob er Vermögen angehäuft hat.
  • Auch wenn es schwer fällt: Schuldner sollten die Eides­statt­liche Versicherung unbe­dingt hinter sich bringen. Wenn Sie nicht vor Gericht erscheinen, kann auch die Polizei einen Schuldner zum Gericht bringen. Die Polizei darf den Schuldner aber nur bis zur Eides­statt­lichen Versicherung fest­halten.

Folgen für den Schuldner

  • Gläubiger geben meistens Ruhe, wenn sie von der Eides­statt­lichen Versicherung erfahren. Schließ­lich wissen sie jetzt, dass beim Schuldner nicht viel zu holen ist. Manche Gläubiger machen sogar Zugeständ­nisse.
  • Die Eides­statt­liche Versicherung ist für drei Jahre gültig. Beim Amts­gericht wird der Schuldner auto­matisch für drei Jahre jeweils bis Jahres­ende im Schuld­nerverzeichnis geführt. Wenn ein Schuldner vor Ablauf dieser Frist die Schulden tilgt, sollten er das dem Amts­gericht mitteilen – am besten mit einer Bestätigung des Gläubigers.
  • Meistens erfasst die Schufa alle Namen, die im Schuld­nerverzeichnis geführt sind. Die Schufa („Schutz­gemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“) teilt den Banken mit, ob ein Schuldner kreditwürdig ist. Über die Schufa erfährt somit auch die Bank von der Eides­statt­lichen Versicherung.
  • Manchmal streicht die Bank den Dispo oder kündigt das Konto, wenn sie von einer Eides­statt­lichen Versicherung erfährt. Um sich für den Konflikt mit der Bank zu wappnen, ist ein zweites Konto bei einer anderen Bank sinn­voll.

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