USB-Stick von Norma im Schnelltest Schnelltest

Die Idee klingt gut: Normas USB-Stick speichert nicht nur Daten - MP3s spielt er auch ab. Normalerweise dienen solche Speichermedien lediglich dem Datentransport: 128 Megabyte für die Hosentasche. Aber wenn schon MP3s drauf sind, lässt sie Normas Stick via Ohrhörer auch erklingen. Two-in-One für 70 Euro: Datentransport und MP3-Player. Ob nicht nur das Angebot, sondern auch die Wiedergabe gut klingt, haben die test-Ingenieure im Labor untersucht.

Schwacher Kompromiss

Eigentlich sind Multifunktions-Geräte wie das von Norma eine feine Sache. Für den bequemen Transport schiebt der Computerfreak unterschiedliche Daten auf den Stick. Ein Ordner reserviert er für MP3s. Unterwegs von einem Computer zum anderen kann er dann von seinem Speicherbaustein Musik hören. Ein Kopfhörer ist dabei. Wenn er mal keine Daten zu transportieren hat, packt er den Stick voll mit über zwei Stunden MP3-Musik. Und fertig ist der MP3-Player. Die Sache hat nur einen Haken: Das Norma-Gerät überzeugt weder als USB-Stick noch als MP3-Player.

Langsam fließt er dahin

Ein reiner USB-Stick überzeugt in der Regel mit drei Eigenschaften: Schlankes Design, schnelle Datenübertragung und problemlose Installation auf dem Rechner. Normas Angebot enttäuscht in mehreren Punkten. Der etwas klobige Stick will die Kappe, unter der der USB-Anschluss sitzt, einfach nicht los lassen. Nur mit viel Mühe und Kraft entblößt sich der Stick. Auch der Datentransfer flutscht nicht wirklich. Das liegt im Wesentlichen am USB-Interface. Das ist nach der veralteten Version 1.1 ausgelegt. Doch selbst die dadurch mögliche Geschwindigkeit wird nur bei großen Dateien erreicht. Vom PC zum Speichermedium braucht eine 128 Megabyte große Datei deutlich über 2,5 Minuten. Die Übertragung von vielen kleinen Dateien dauert noch länger. Zurück vom Stick zum PC geht es etwas schneller. Böse Überraschung: Unter Windows98SE kommt es gar nicht dazu. Die Installations-CD ist anscheinend kaputt, denn die Treiber lassen sich unter diesem Betriebssystem nicht installieren.

Flinke Hände

Wenn schon kein allzu flotter Datenträger, dann vielleicht ein fetziger MP3-Player. Von den Funktionen her hat das Gerät alles, was ein Player braucht: Start, Stop, Pause, Lautstärke, schneller Vor- und Rücklauf, Repeat und sogar ein Equalizer mit fünf Einstellungen. Die LCD-Anzeige mit Beleuchtung hält sich mit Informationen zurück: Sie zeigt lediglich die Titelnummer und die Spielzeit in Minuten und Sekunden. Solange sich der Hörer auf rudimentäre Funktionen beschränkt, wie Start, Stop, Pause und Lautstärke, ist er gut bedient. Für große Verwirrung sorgt aber die Handhabung verschiedener Einstelloptionen: Ein kleines Rädchen muss in eine Richtung zusammen mit separaten Tasten gedrückt werden. Eine Fehlbedienung ist unausweichlich.

Rauschen und Spratzeln

Spielt der Norma-Kunde nun die MP3s so ab, wie er es wünscht, wartet die nächste Enttäuschung auf ihn. Die mitgelieferten Ohrhörer sind nicht mit „Links“ und „Rechts“ beschriftet. Doch egal wie rum: Sie klingen mäßig. Der Bass ist mickrig, von brillanter Wiedergabe kann auch nicht die Rede sein. Dies ist bei günstigen und tragbaren Geräten allerdings oft so. Abhilfe bringen meist bessere Ohr- oder Leichtbaukopfhörer. Das hilft beim Norma-Player klanglich aber auch nicht weiter. Das Gerät rauscht stark. Bei niedriger Aussteuerung nerven noch weitere unangenehme Geräusche. Höhere Lautstärke führt zu Zischen. Die Qualität ist dann nicht mehr ausreichend. Das ist nicht üblich bei anderen Geräten: Tragbare MP3-Spieler liefern meist akzeptable Klangqualität.

Wer nicht hören will

Das Norma-Gerät funktioniert auch als Sprachnotizrekorder. Doch so schlecht wie der MP3-Sound rauskommt, gehen die gesprochenen Wörter rein. Sprache nimmt der Stick in zwei verschiedenen Qualitätsstufen auf. Im so genannten Langspielbetrieb ist die Qualität miserabel: Einfachste Sprachnotizen versteht der Diktierer beim Abhören kaum. Nur im so genannten Standmodus nimmt das Gerät die Sprache so auf, dass sie beim Abhören einigermaßen verständlich ist. Einschränkung auch hier: Deutliche Nebengeräusche stören.

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