Das neue Autoradio nimmt nur noch CDs. Keine Panik: Mit dem Computer digitalisieren Sie die Kassettensammlung. Und mit einer aktuellen externen Soundkarte sogar noch besser – ohne lästige Nebengeräusche.

Das Kassettendeck spult die Musik noch munter ab? Das ist der richtige Zeitpunkt, alte Hits digital zu konservieren. Mit einem Computer und der richtigen Zusatzausstattung geht das einfach, wenn auch nicht so simpel wie eine Tonbandaufnahme. Probieren können Sie es sofort: Den Kassettenspieler schließen Sie über einen Adapter (Cinch-Stecker auf 3,5-Millimeter-Klinke) an den „Line“-Eingang der Soundkarte im PC an. Nun bleibt noch der Mausklick auf den Aufnahmebutton des Audiorecorders. So finden Sie ihn unter Windows XP: Start/ Alle Programme/Zubehör/Unterhal­tungs­­­me­­­­­dien/Au­dio­recorder.

Aufnehmen: Ohne Limit und Rauschen

Mit der Grundausstattung des Windowsrechners ist die Aufzeichnungsdauer jedoch auf 60 Sekunden limitiert. Dagegen hilft eine Aufnahmesoftware wie Messer.

Ein zweites Problem bereiten die internen Soundkarten. Die meisten liefern lästige Störgeräusche. Vor allem in Musikpausen tönt leises Rasseln, Zischen oder Brutzeln. Der so genannte Signal-Rauschabstand gibt diesbezüglich Aufschluss über die Qualität der Soundkarte. Er sollte möglichst hoch sein: Das Signal, die Musik oder Sprache über das Mikrofon, ist dann sehr viel lauter als das störende Rauschen. Das bleibt vor allem bei den Edirol-Soundkarten mit einem Rauschab­stand über 90 Dezibel auch in Musikpausen unhörbar (siehe Steckbriefe). Die exemplarisch gekauften fünf externen Soundkarten für den Anschluss an die USB-Schnittstelle kosten zwischen knapp 120 und etwa 220 Euro. Kleiner Vorteil: Ihre Anschlüsse sind leichter erreichbar als die der Soundkarte auf der Rückseite des Rechners. Großer Vorteil: Klanglich sind sie deutlich besser als Standardsoundkarten. Das gilt selbst für die Terratec mit dem geringsten Signal-Rauschabstand.

Aufnahme läuft

Allerdings gelingt das Kopieren von analog auf digital selbst mit einer einfach zu bedienenden Soundkarte wie der Edirol UA 1A nicht gleich perfekt. Unsere Tipps:

Standardgerät: USB-Soundkarte anschließen, mitgelieferte Treibersoftware installieren und unter Windows XP mit Systemsteuerung/Sounds/Audiogeräte/Audio als Standardgerät festlegen.

Aussteuern: Wie früher bei Bandaufnahmen muss ausgesteuert werden. Sonst steigt der Rauschpegel, die Aufnahmen gelingen nicht optimal. So gehts unter Windows XP: Doppelklick auf das Lautsprechersymbol rechts unten in der Task­leiste, Optionen/Eigenschaften/Aufnahme – hier schalten Sie nicht benötigte Eingänge ab und steuern die Aufnahme aus. Bei Soundkarten mit Pegelsteller regeln Sie alle nicht benötigten Eingänge herunter. Das sperrt Störsignale aus.

Sampling­rate: Das Musiksignal wird beim Umwandeln in ein digitales Format (für CD oder MP3) abgetastet – englisch „sampling“. Wie oft das geschieht, wird über die Samplingrate festgelegt. 44,1 Kilohertz (also 44 100-mal pro Sekunde) ist der übliche Wert. Mehr ist bei Kassetten und Schallplatten unsinnig.

Externe Soundkarten mit Firewire-Anschluss und so genannte Break-out-Boxen sind weitere Alternativen zum Standardsound. Letztere sind zweigeteilt: Im Rechner steckt eine Schnittstellenkarte, am Kabel hängt eine Box mit der empfindlichen Elektronik. Einsteiger können getrost nach Geldbeutel entscheiden.

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