Twin-Sat-Receiver mit Festplattenschacht Schnelltest

Der Twin-Sat-Receiver Protek 9500 PVR verhilft ausrangierten Festplatten zu neuem Sinn. Mit solchen lässt sich das Gerät zum Rekorder aufrüsten. Ins Gehäuse ist ein Wechselrahmen integriert. In diesen wird die alte Festplatte gesteckt und schon kanns losgehen. Passend sind die alten Parallel-ATA-Festplatten mit Flachsteckeranschluss. Modernere Festplatten und solche mit mehr als 120 Gigabyte Kapazität passen allerdings nicht. Per USB-Stecker kann der Receiver auch noch Computeranschluss bekommen. Er kostet rund 270 Euro. Im Neuheiten-Test muss der Protek 9500 PVR zeigen, ob er anständige Bilder liefert und sich gut bedienen lässt.

Suche nach der richtigen Einstellung

Der Einbau einer Festplatte geht flott von der Hand: Wechselrahmen raus, Festplatte rein, Wechselrahmen wieder rein und fertig. Hürde allerdings: Die Festplatte muss zuvor unbedingt als Master konfiguriert werden. Für die Einstellung haben die meisten Festplatten so genannte Jumper. In der Regel müssen Ein oder zwei kleine Brückenstecker auf die richtigen von drei, vier oder fünf Pin-Paaren gesteckt werden. Sobald der Nutzer das weiß und in der Dokumentation oder auf einem Aufkleber an der Festplatte die richtige Jumper-Konfiguration gefunden hat, ist das kein Problem. Bis dahin gibts allerdings keine Aufnahmen und auch kein zeitversetztes Fernsehen.

Uhrzeit geht verloren

Wenn die Festplatte korrekt installiert ist, lässt sich die Formatierung starten. Dazu ist die Eingabe des Benutzerpassworts erforderlich. Wer noch kein eigenes eingegeben hat, muss unter Kindersicherung das ab Werk voreingestellte suchen. Anschließend gehts flott. Nach knapp einer Minute ist die Festplatte bereit fürs Aufnehmen. Schwierigkeiten macht die Formatierung beim Versuch, eine Festplatte mit mehr als 120 Gigabyte zu benutzen. Die Formatierung bricht kurz nach Beginn ab, und die Festplatte bleibt völlig unbrauchbar. Weiterer kleiner Haken: Nach der Installation der Festplatte springt die Uhr zurück auf 0:00. Bevor es weitergehen kann, muss sie neu gestellt werden.

Viel zu viel Stromverbrauch im Standby

Noch viel ärgerlicher: Auch bei Stromausfall oder Abschaltung des Netzstroms über eine Steckerleiste etwa vergisst der Receiver die Uhrzeit und funktioniert erst wieder, wenn sie neu eingestellt ist. Gleichzeitig braucht der Receiver im Standby viel zu viel Strom. Fast 20 Watt zieht er ständig aus der Steckdose. Allein das führt pro Jahr zu unnötigen Stromkosten in Höhe von fast 25 Euro.

Wenig Zusammenarbeit mit Computern

Trotz USB-Anschluss arbeitet der Receiver mit Computern oder andere Geräte nicht gut zusammen. Die auf Festplatte im Receiver gespeicherten Sendungen lassen sich nur mit der zum Receiver mitgelieferten Software abspielen. Die Dateien lassen sich zwar auf Computerfestplatte kopieren, nützten dort allerdings wenig. Auch die Konvertierung führt nicht weiter. Auch die in .ts-Dateien umgewandelten Videos ließen sich mit Standard Software wie Power DVD 5 oder dem Windows Media-Player nicht anzeigen. Nur mit der speziellen PVR-Software lassen sich die Videos anschauen. Bilder von Digitalkameras zeigt der Receiver nur an, wenn sie nicht mehr als rund 900 mal 650 Punkte groß sind. Von höher aufgelösten Aufnahmen ist nichts zu sehen.

Bild und Ton völlig in Ordnung

Die Mängel sind um so ärgerlicher, als sich der Protek 9500 PVR sonst stark präsentiert. Bild- und Tonqualität sind völlig in Ordnung. Aufnahmen und zeitversetztes Fernsehen funktionieren - sowohl einzeln als auch gleichzeitig - unproblematisch. Einziges Manko: Aufnahmen lassen sich nicht editieren. Werbeblöcke bleiben drin. Sie lassen sich allerdings auf Knopfdruck in 10 bis 60-Sekundenschritten überspringen. Bei Bedarf sehr praktisch: Auch MP3-Musikdateien lassen sich auf die Receiver-Festplatte kopieren und von dort abspielen.

test-Kommentar: Gute Idee mit schwacher Ausführung
Technische Daten und Ausstattung: Im Überblick

Dieser Artikel ist hilfreich. 630 Nutzer finden das hilfreich.