Michael Turgut, gerichts­bekannter Exchef des seit 2008 insolventen Finanz­vertriebs Futura Finanz ist im November verhaftet worden. Die Staats­anwalt­schaft wirft ihm Betrug im Zusammen­hang mit dem Vertrieb des Multi Adviser Fund durch die IFF AG vor. Weil Flucht­gefahr bestehe, muss Turgut sein Verfahren in Unter­suchungs­haft abwarten.

Ermitt­lungen wegen Betrugs

Gegen Turgut wird wegen Betrugs im Zusammen­hang mit dem Vertrieb des Multi Adviser Fund durch die IFF AG ermittelt. Es besteht der Verdacht, dass die Schadens­höhe beträcht­lich ist, erklärte Ober­staats­anwalt Glockner von der Staats­anwalt­schaft Hof. Derzeit seien umfang­reiche Ermitt­lungen gegen Turgut im Gange.

Selt­same Vertrags­konstruktion

Turgut Finanz­vertrieb Meldung

Michael Turgut zwischen zwei Berliner Exstaats­sekretären in einer Werbe­brochüre des MSF Master Star Fund Deutsche Vermögens­fonds I.

Michael Turgut zwischen den Exstaats­sekretären Helmut Holl (rechts) und Wighard Härdtl in einer Produktwerbung für den von Prominenten wie Exver­teidigungs­minister Rupert Scholz beworbenen MSF Master Star Fund Deutsche Vermögens­fonds I. Turguts Futura Finanz sollte Anlegern Beteiligungen an dem von Finanztest als Zocker­angebot einge­stuften Fonds vermitteln.

Die im Rahmen des Multi Advisor Fund vermittelten Verträge waren selt­sam konstruiert: Sie sahen vor, das Anlagekapital etwa in Anteile zugelassener Investmentfonds zu investieren. Allerdings erwarben Anleger die Investment­anteile nicht unmittel­bar. Vielmehr beteiligten sie sich zu diesem Zweck als Gesell­schafter an der Multi Advisor Fund I GbR, die die Investment­anteile letzt­lich kaufen sollte. Im Unterschied zu einer direkten Anlage in Investmentfonds besteht für die Anleger durch den GbR-Beitritt ein erhöhtes Risiko. Gesell­schafter einer GbR haften grund­sätzlich mit ihrem gesamten Privatvermögen für die Verbindlich­keiten der GbR. Beim Multi Advisor Fund sind die Verluste auf das einge­setzte Anlegergeld beschränkt. Viele Anleger dürfte der Multi Advisor Fund teuer zu stehen kommen.

Beschwerde gegen Haftbefehl

Turgut wurde bereits am 22. November fest­genommen. Am 23. November wurde gegen ihn Haftbefehl wegen Flucht­gefahr erlassen, weil Turgut seinen Wohn­sitz offen­bar ins Ausland verlegt hat. Turgut hat Beschwerde gegen den Haftbefehl einge­legt.

Finanztest warnte wieder­holt

Vor den dubiosen Angeboten des Michael Turgut und seiner Vertriebs­leute hat Finanztest wieder­holt gewarnt. Zuletzt hatte er mit der in Liechten­stein ansässigen Michael Turgut Finanzberatung alle Vor- und Nachteile von Investments im Gesund­heits­markt analysiert und Anlegern dann Investitions­empfehlungen gegeben. Davor hatte Turguts mit seinen Vermitt­lern verlust­reiche Beteiligungen an der Frankonia Sach­wert AG (heute: Deltoton AG) sowie an den Pleite­unternehmen Göttinger Gruppe und dem als „Promifonds“ bezeichneten MSF Master Star Fund Deutsche Vermögens­fonds empfohlen. Der Promifonds, für den Exver­teidigungs­minister Rupert Scholz und der frühere Berliner Senator Walter Rasch mit ihren Namen warben, machte Pleite. 7000 Anleger verloren ihr Geld.

Dieser Artikel ist hilfreich. 302 Nutzer finden das hilfreich.