Das Fazit der Tester

Im Turbo­sprach­kurs „Fit in Chinesisch“ wird gelesen, gehört und nachgesprochen – aber so gut wie nichts behalten. Chinesisch lernt sich also nicht im Eilverfahren – das ist das ernüchternde Fazit des Schnell­tests. Er zeigt: In den 30 Lektionen à zweimal zehn Minuten entwickeln die Sprach­schüler praktisch keinerlei Verständnis für das Chinesische. Der Sprach­lehr­gang für Selbst­lerner bildet keine Basis, auf der aufgebaut werden könnte. Das liegt zum einen an den metho­dischen Schwächen und den vorgenommenen Verknappungen, bei den Strukturen der Sprache etwa. Der Turbokurs umfasst zum anderen viel zu viel Sprach­material mit viel zu wenigen Informationen. Es wird auf das Imitieren der unge­wohnten Laute, das bloße Nach­sprechen der Worte gesetzt. Wichtiger wäre aber, grammatika­lische Zusammenhänge zu verstehen. Dadurch könnten Strukturen der Sprache oder einzelne Begriffe in andere Kontexte über­tragen und später eigen­ständig angewendet werden. Das Wort­schatz-Repertoire, das den Schnell­schülern zugemutet wird, ist zu umfang­reich für Anfänger – und trotz der Fülle zu lückenhaft: Das Vokabular ist nicht tauglich für die (Geschäfts-)Reise. Der Ting-Stift, eine Bereicherung für die Sprach­lern­land­schaft: Er funk­tioniert einwand­frei und macht die Lektionen hörbar – über­all, unabhängig von einem Wieder­gabegerät. Er kann seine Aufgabe angesichts der inhalt­lichen und didaktischen Schwächen des Turbo­kurses jedoch nicht erfüllen. Denn das mit dem tollen Tool Gehörte blieb bei den Test-Schülern dennoch nicht hängen. Das zeigte die Lern­kontrolle auf eindrück­liche und ernüchternde Weise: Keiner der Probenutzer erreichte das vom Verlag versprochene Lern­niveau. Frustrierend, dass ein Monat Pauken ohne nennens­werte Lern­erfolge bleibt.

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