Tui-Gruppe Meldung

Die Tui-Gruppe hat ihr Versprechen, mit den unseriösen Vertriebsmethoden beim Verkauf von ein- bis zweiwöchigen Ferienwohnrechten an spanischen Stränden aufzuräumen, bisher nicht gehalten.

Wie in Finanztest 1/01 berichtet, hatte Tui mit Jahresbeginn 51 Prozent des Timesharing-Unternehmens Anfi del Mar übernommen und versprochen, Timesharing ohne Schmuddelimage zu betreiben. Verkäufer, die Touristen mit Gewinnversprechen in Verkaufsveranstaltungen locken, um ihnen sodann Wohnrechte anzudrehen, werde es bei der Tui nicht geben.

Bei einem Besuch des Anfi-del-Mar-Clubs auf Gran Canaria Ende März bot sich Finanztest jedoch das gewohnte Bild. In Orten wie Maspalomas oder Playa de Inglés waren junge Leute unübersehbar, die mit Anfi-Prospekten und Rubbellosen Urlauber ansprachen und in Verkaufsveranstaltungen lockten. Die Tui bestätigt dies, betont aber, dass nur noch Skandinavier und Briten auf der Straße angesprochen werden. Rubbellose würden dabei nicht mehr eingesetzt. Allerdings würden Trittbrettfahrer mit den Namen Tui und Anfi werben, die Gäste dann aber nicht in eine Anfi-Anlage bringen.

23.000 Mark kostet das langjährige Recht, für eine Woche pro Jahr in einem der 684 Anfi-Apartements auf Gran Canaria zu wohnen. Urlauber sollen bei den Verkaufsverhandlungen sofort unterschreiben. Dabei wird gleich bei Vertragsabschluss eine Anzahlung von 10 Prozent verlangt. Das hindert Käufer, den Abschluß in Ruhe zu überdenken. Die sofortige Anzahlung verstößt gegen EU-Recht und das deutsche Teilzeitwohnrechtegesetz. Danach darf der Anbieter frühestens zehn Tage nach Übergabe der Vertragsurkunde eine Anzahlung vom Erwerber fordern. Die Tui argumentiert dagegen, dass solche Anzahlungen dem Kaufpreis gewährleisteten und vor Ort nach spanischem Recht zulässig seien, wenn das Geld an einen Treuhänder gezahlt werde.

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