Der Touristikkonzern Tui gibt das Timesharing-Geschäft nach nur drei Jahren auf. Tui werde seinen 51-prozentigen Anteil an vier Wohnanlagen der Gruppe Anfi del Mar auf Gran Canaria abgeben und sich wieder auf sein Kerngeschäft mit Pauschalurlaubern konzentrieren, teilte ein Konzernsprecher mit. Das Geschäft mit Timesharing hatte Tui viel Kritik eingebracht.

Urlauber konnten für die Dauer von 99 Jahren ein Wohnrecht für ein bis drei Wochen im Jahr in einem Ferien­apartment kaufen. Die zweifelhaften Werbemethoden der für den Konzern arbeitenden Anfi-Werber hatte auch ­Finanztest wiederholt kritisiert.

Die Werber hatten Touristen auf Strandpromenaden oder im Bus zum Hotel angesprochen und mit Rubbel­losen und Gutscheinen zu Verkaufsveranstaltungen gelockt. Dort schwatzten ihnen geschulte Verkäufer Timesharing-Verträge auf. Eine Woche im Jahr kostete bis zu 16 000 Euro plus 330 Euro Nebenkosten pro Jahr.

Tui hatte versprochen, mit den unseriösen Vertriebsmethoden aufzuräumen. Doch das war dem Konzern bis zuletzt nicht gelungen. Erst kürzlich wurden drei Mitarbeiter der Anfi-Gruppe ­wegen Betrugsverdachts verhaftet. Tui selbst hatte sie angezeigt.

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