Deutschlands Diebe sind eifrige Türknacker. Alle drei Minuten wird in Wohnungen oder Häuser eingebrochen. Doch die potenziellen Opfer halten dagegen: Jeder zweite Einbruchversuch wird durch stabile Türschilde und einbruchhemmende Schlösser verhindert. Auch wenn die Einbrecher mit Brecheisen, Meißel und Bohrer anrücken. Stiftung Warentest hat sich als Türknacker versucht. Ergebnis: Einige Schließzylinder, Türschilde und Zusatzsicherungen wollten einfach nicht nachgeben.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Türsicherungen

Jeder Schlüssel braucht seinen Zylinder

Ohne Gewalt eine Tür zu öffnen, ist einfach: Schlüssel in den Zylinder stecken, rumdrehen und dadurch den Riegel bewegen. Einbrecher haben in der Regel keinen Schlüssel. Also versuchen sie erst einmal, den Zylinder kaputt zu kriegen. Erster Knackpunkt: Diebe haben dann leichtes Spiel, wenn der Zylinder deutlich übersteht. Mit einer Rohrzange und etwas Kraft brechen sie ihn einfach ab. Der Zylinder sollte also nicht überstehen. Zweiter Knackpunkt: Einbrecher setzen die Bohrmaschine an und bohren den Zylinder auf. Clevere Gegenwehr: ein Aufbohrschutz aus Hartmetall. Im Test machten bis auf Abus EP 10 alle getesteten Schließzylinder eine gute bis sehr gute Figur. Zwei überzeugen besonders: der CES 810 RE 5 und Ikon SK 6. Beide sind „sehr gut“ und auch noch die billigsten. Der CES 810 RE 5 hat sogar noch einen integrierten Ziehschutz. Der gehärtete Stahl des Zylinders ist immun gegen die Korkenziehermethode: Einbrecher drehen eine Spezialschraube in den Zylinder und ziehen ihn wie einen Korken heraus. Der Ziehschutz verhindert das: Die Schraube lässt sich wegen des harten Stahls nicht in den Zylinder drehen.

Schutzschilde fürs Schloss

Ein Sicherheit-Türschild gehört zu jeder Grundausrüstung im Kampf gegen Diebe. Sie schützen den Schließzylinder und das Einsteckschloss gegen den Angriff mit Einbruchwerkzeugen. Eine zusätzliche Abdeckung verhindert das Aufbohren oder das Herausziehen des Schließzylinders. Ein großflächiger Angriff auf den Zylinder wird so unmöglich. Türschilde funktionieren allerdings nur, wenn sie sich nicht von außen abschrauben lassen. Sechs Modelle mussten zeigen, wie taff sie sind. Das Abus KLZS 714 F1 hat sich in unserem Test besonders gut geschlagen. Mit 48 Euro ist es zusätzlich noch das billigste - allerdings ist es auch nur ein Klasse 1-Modell. Solche Türschilde sind für „normale“ Türen gedacht und schützen nur gegen relativ einfache Werkzeuge. Deshalb wurde auch im Test gegen sie nicht so hart vorgegangen wie gegen das einzige Klasse 2-Modell. Beim Ikon S 408 wurden schärfere Methoden angewandt. Dennoch hielt das Türschild „sehr gut“ stand gegen heftigere Einbruchversuche. Wer sich mit dem höherklassigen Schild gegen Hightechdiebe schützen will, muss aber mehr Geld investieren: 160 Euro kostet das Ikon S 408. Und das Schild sollte auf eine kräftige Tür montiert werden.

My Home is my castle

Wer ein privates Fort Knox errichten will, gibt sich mit Schließzylinder und Türschild nicht zufrieden. Da muss mindestens ein Panzerriegel her - auch Doppel- oder Querriegelschloss genannt. Wie bei einer Holzbalken-Verriegelung aus mittelalterlichen Zeiten spannt sich ein Metallriegel unterhalb des Türschildes vom linken zum rechten Türrahmen. Ähnlich effektiv ist eine Mehrfachverriegelung - oft auch Stangenriegelschloss genannt. Sie verankert die Tür auch oben und unten. Weil sie sich dadurch keinen Spalt breit mehr öffnen lässt, ist die Tür somit nur schwer aufhebelbar. Das Modell von Melchert verriegelt sogar sechsfach: links und rechts, oben und unten, zweimal an der Bandseite. Im Test sicherten der Panzerriegel Abus PR 1900 für 375 Euro und der Stangenriegel Ikon Z 262 für 490 Euro die Türen am besten. Wer sich immer noch nicht sicher fühlt, für den gibt es zusätzlich noch Bandsicherungen. Sie verzahnen sich mit dem Türrahmen an der einbruchsgefährdeten Bandseite. Das ist dort, wo sie sich in den Scharnieren dreht.

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