Wer zu einem Betrunkenen ins Auto steigt, kann einen Teil seiner Ansprüche gegen den Fahrer und seine Haftpflichtversicherung einbüßen, wenn er wegen dessen Alkoholisierung Unfallschäden erleidet. Dem Mitfahrer kann ein Mitverschulden aber nur vorgeworfen werden, wenn er die Fahruntüchtigkeit des Fahrers kannte oder zumindest hätte kennen müssen, so das Oberlandesge­richt Saarbrücken (Az. 4 U 90/91-22).

In dem Fall hatte der Mann am Lenkrad zwar eine Blutalkoholkonzentration von 1,44 Promille. Aus der Sicht der Richter kann bei so einem Wert aber nicht in jedem Fall davon ausgegangen werden, dass die alkoholbedingte Fahruntüchtigkeit erkennbar war. Schließlich zeigten manche Trinker auch dann noch keine wesentlichen Ausfallerscheinungen. Ein Mitverschulden liege immer erst dann vor, wenn der Fahrer deutlich erkennbar unsicher wirke.

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