Tritt­schall­schutz nach Modernisierung Meldung

Badmodernisierung - eine neue Fußbodenhei­zung, moderne Armaturen, schöne Fliesen. Doch wie sieht es mit dem Tritt­schall aus?

Bei einer Badmodernisierung müssen Wohnungs­eigentümer nur die Tritt­schall­schutz-Grenz­werte einhalten, die beim Bau des Hauses ursprüng­lich galten. Das hat der Bundes­gerichts­hof in einer aktuellen Entscheidung klar­gestellt.

Neue Fußbodenhei­zung

Ein Wohnungs­eigentümer modernisiert sein Bad. Er entfernt den alten Estrich voll­ständig und baut eine Fußbodenhei­zung ein. Außerdem erneuert er den Fliesenbelag. Der direkt unter ihm wohnende Eigentümer ist von diesen Bauarbeiten nicht begeistert. Seiner Wahr­nehmung nach hört er von oben nun mehr als noch vor dem Umbau, zum Beispiel Wasser- und Fließ­geräusche. Es kommt zum Streit vor Gericht. Der untere Nach­bar möchte, dass der Nach­bar über ihm die zum Zeit­punkt der Bauarbeiten aktuellen Schall­schutz­normen einhält (maximaler Tritt­schall­pegel 37 Dezibel).

Alter Schall­schutz

Der Bundes­gerichts­hof weist die Klage ab (Az. V ZR 276/16). Der modernisierende Eigentümer habe nur den Schall­schutz zu beachten, der bei Errichtung des Gebäudes galt. Das war 1990. Damals war ein Tritt­schall­pegel von maximal 46 Dezibel vorgeschrieben (Din 4109). Ein Schall­schutz auf aktuellem Niveau könne bei Baumaß­nahmen in Eigentums­anlagen nur verlangt werden, wenn „in erheblichem Umfang in die Gebäude­substanz einge­griffen“ würde, so das Gericht. Das wäre etwa der Fall, wenn ein Dach­geschoss ausgebaut würde.

Nach­bar muss trotzdem nachbessern

Da Sach­verständige im konkreten Fall ermittelten, dass auch der Lärm­schutz von 1990 nach der Modernisierung nicht einge­halten war, muss der Nach­bar doch nachbessern. Mit welchen Arbeiten, darf er selbst bestimmen.

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