Trink­wasser im Test

So haben wir getestet

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Inhalt

Im Test. Wir haben Trink­wasser­proben aus 20 deutschen Städten und Gemeinden geprüft. Wir wählten die fünf einwohner­stärksten Städte aus (Berlin, Frank­furt am Main, Hamburg, Köln und München) sowie weitere 15 Orte – stell­vertretend für Regionen, bei denen wir von einer erhöhten Belastung mit Nitrat, Pestiziden, Arznei­mitteln, Chrom (VI) oder Uran ausgehen beziehungs­weise bei denen das Trink­wasser hinsicht­lich dieser Stoffe bereits aufgefallen ist. Die Proben nahmen wir im Februar 2019 jeweils in je einem ausgewählten öffent­lichen Gebäude, meist im Rathaus der Orte.

So nahmen wir die Proben. Die Proben zapfte unser akkreditierter Probenehmer anonym aus öffent­lich zugäng­lichen Wasser­hähnen, fast immer am Wasch­becken eines Herren-WC. Wir orientierten uns dabei an der Norm für die Trink­wasser­entnahme, DIN ISO 5667–5 für Trink­wasser. Die Wasser­hähne mussten sauber und dicht zuzu­machen sein. Stagnations­wasser ließen wir vorher ablaufen. Die Proben füllten wir in Flaschen, die wir mehr­mals mit dem jeweiligen Trink­wasser gespült hatten. Jeden Schritt der Probenahme protokollierten wir. Wir trans­portierten die Flaschen dunkel und gekühlt auf schnellstem Wege ins Labor.

So untersuchten wir. Wir prüften jede Trink­wasser­probe auf insgesamt 126 Para­meter:

  • Pflanzen­schutz­mittel und deren Metabolite sowie Süßstoffe, Korrosions­schutz­mittel, Trifluor­essig­säure, Sulfamidsäure (Amidosulfonsäure): gemäß DIN 38407–36:2014–09,
  • Glyphosat und Amino­methylp­hosphonsäure (Ampa): in Anlehnung an Methode DIN ISO 16308:2017–09,
  • Arznei- und Röntgen­kontrast­mittel: gemäß DIN 38407–47:2017–07,
  • Trihalogen­methane, Trichlore­then und Tetra­chlore­then: gemäß DIN EN ISO 17943:2016–10,
  • Komplex­bildner wie EDTA: gemäß DIN EN ISO 16588:2004–02,
  • Antimon, Arsen, Blei, Kadmium, Kupfer, Nickel, Uran: gemäß DIN EN ISO 17294–2:2017–01,
  • Chrom (VI) und Chromat: mittels IC-ICP-MS,
  • Nitrat: gemäß DIN EN ISO 10304–1:2009–07.

So befragten wir die Anbieter. Wir informierten vor der Veröffent­lichung jeden Wasser­versorger über die Probenahme und teilten ihm die Mess­ergeb­nisse mit. Außerdem stellten wir Fragen und baten um Analysedaten, auch zu Mineralstoffen. Aus den Analysedaten oder aus den auf den Webseiten der Wasser­versorger veröffent­lichten Mineral­stoff­gehalten berechneten wir den Gesamt­mineral­stoff­gehalt für jedes Trink­wasser.

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

bynix am 07.05.2021 um 00:43 Uhr
Der Zweck Ihrer vielen Arbeit?

'die Wasserqualität garantiert der Wasserversorger'
'der Experte von XY hat gesagt' ...
Echt jetzt??
Warum testen Sie dann (irgend etwas)?
Wozu gibt es Sie dann?
Können Sie aufhören, sich selbst weichzuspülen? Wir brauchen Sie! (Nullnummern wie z. B. die DGE haben wir wahrlich genug.)
S. a. DrJBs Anmerkungen, die gut einen Kommentar/Antwort gebrauchen könnten. (Ich benötige keine.)
(Und natürlich gehören die Testergebnisse (hier: die Laborwerte) veröffentlicht - wie bei jedem anderen Test auch.)

Profilbild Stiftung_Warentest am 26.05.2020 um 14:05 Uhr
Viren und antibiotikaresistente Keime

@siriustag21: Vielen Dank für Ihren Hinweis. Bei unseren Trinkwasseruntersuchungen haben wir uns insbesondere auf die Analyse kritischer Stoffe konzentriert. Mikrobiologische Prüfungen wurden nicht durchgeführt, weil das aus logistischen Gründen in einem öffentlichen Gebäude wie einem Rathaus nicht möglich ist. Die Keimgehalte eines Leitungswassers hängen nicht nur von der Wasserqualität ab, die der Wasserversorger garantiert. Maßgeblich ist vor allem das, was im Haus und am Wasserhahn passiert. Wollte man Proben in Rathäusern nehmen, müsste man die Wasserhähne abflammen, also erst einmal keimfrei machen. Das ist uns nicht möglich – sowohl die dafür erforderliche Ausrüstung als auch die Durchführung würden auffallen. Eine anonyme Beprobung wäre damit ausgeschlossen. Zudem brächte eine Untersuchung pro Rathaus kein repräsentatives Ergebnis. Und: Selbst wenn dabei Viren oder spezielle Keime gefunden werden würden, könnte man den Verursacher nicht zuordnen. Wir raten Ihnen deshalb, sich ans Wasserwerk zu wenden und nachzufragen. Dort werden mehr Untersuchungen gemacht, als man sie auf den Internetseiten der Versorger nachlesen kann. (reh/cr)

siriustag21 am 22.05.2020 um 11:51 Uhr
Viren und Multiresistente Bakterien

Millionen Menschen trinken das aufbereitete Wasser aus der Ruhr und dem Rhein, in die Abwässer zahlreicher Betriebe und Kommunen nach mechanisch-biologischer Klärung eingeleitet werden.Viren und Multiresistente Bakterien wurden in einer Untersuchung im Wasser der Ruhr gefunden, da diese durch die Kläranlagen nicht eliminiert werden. Das aus der Ruhr gewonnene Trinkwasser wird aufbereitet und zur Desinfektion mit UV-Licht bestrahlt. Die Trinkwasserverordnung sieht keine Überprüfung des Trinkwassers auf Viren und multiresistente Bakterien vor, so dass wir nicht wissen, ob die Desinfektion mittels UV-Licht erfolgreich ist und ob sich Viren und/oder multiresistente Bakterien im Trinkwasser befinden. Die Aufnahme dieser Infektionserreger in die Untersuchung von Trinkwasser aus Flüssen und Seen ist überfällig.

summerfun6 am 16.09.2019 um 13:04 Uhr
Dieser Test muss öffentlich sein!

Wenn ich in Wikipedia "Stiftung Warentest" nachschlage, heisst es "... Aufgrund eines staatlichen Auftrags und gefördert mit Steuermitteln untersuchen und vergleichen ihre Mitarbeiter Waren und Dienstleistungen ...". Bei Waren und Dienstleistungen ist nichts dagegen zu sagen das Testergebnisse Geld kosten, aber Trinkwasser ist das wichtigste Gut der Menschheit und daher gehen Testergebnisse alle an und der Zugang zu ihnen muss öffentlich sein!

GuessWhat am 28.07.2019 um 13:26 Uhr
@Stiftung_Warentest

Sie haben zwar ausführlich erklärt, was sie alles getestet haben. Nur leider haben sie sich komplett um die Antwort auf meine Frage gedrückt, warum die gemessenen Werte nicht veröffentlicht werden. Laborwerte veröffentlichen sie regelmäßig bei allen möglichen Tests. Warum dann nicht hier?