Trinkwasser: Meldung

Heftige Kritik gibt es an den Plänen des Bundeswirtschaftsministeriums, Wasser zur Handelsware zu machen. Verbrauchervertreter, Umweltverbände und große Teile der Wasserwirtschaft sehen darin mehr Gefahren als Nutzen für den Verbraucher.

Aus einem Gutachten für das Wirtschaftsministeriums geht hervor, dass der Kostendruck durch die Liberalisierung des Marktes die Wasserbetriebe dazu veranlassen könnte, die bisher freiwilligen Zukunftsinvestitionen in den Gewässerschutz einzustellen. Dann müssten Steuermittel dafür herhalten. Außerdem müssten die Kontrollbehörden besser ausgestattet werden als bisher. Doch die Staatskassen sind leer. Auch andere Fachleute sehen die Gefahr, dass sich die Qualität des Trinkwassers verschlechtert. So warnt das Umweltbundesamt: Verbraucher würden dann gezwungen, auf Flaschenwasser umzusteigen. Das könnte teuer werden. Leitungswasser kostet rund einen halben Pfennig je Liter, Flaschenwasser etwa eine Mark. Die Sparpotenziale durch den Wettbewerb erscheinen gering. Die Gutachter des Wirtschaftsministeriums beziehen sich auf eine Schätzung der Deutschen Bank, wonach die Wasserpreise um 10 bis 15 Prozent sinken sollen. Doch das ist umstritten. Bei den Wasserwerken sind die Fixkosten hoch, der Anteil variabler Kosten, die man im Wettbewerb drücken könnte, gering. Die Preise für private Haushalte könnten sogar steigen, wenn Großabnehmer im Wettbewerb bessere Konditionen aushandeln und die Wasserbetriebe die Fixkosten auf sie abwälzen.

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