Eine Ehefrau, die nach der Trennung vom Noch-Ehemann eng mit einem Dritten zusammenlebt, riskiert ihre Unterhaltsansprüche. Das gilt selbst dann, wenn der Mitbewohner homosexuell ist und darum eine Ehe mit ihm nicht infrage kommt, urteilte der Bundesge­richtshof (BGH, Az. XII ZR 159/00).

Ein Ehemann wollte per Gericht den Trennungsunterhalt reduzieren lassen, den er an seine Frau zahlen musste. Er begründete die Klage vor allem damit, dass seine Gattin mittlerweile eine verfestigte eheähnliche Beziehung mit einem anderen eingegangen sei. Die Frau wehrte sich dagegen aber mit dem Einwand, keine eheähnliche Beziehung zu ihrem Mitbewohner zu unterhalten. Dieser sei schließlich homosexuell.

Doch der BGH hielt das für irrelevant. Es komme lediglich auf die enge persönliche und wirtschaftliche Verbundenheit zwischen Ehefrau und neuem Partner an. Das Fehlen intimer Beziehungen spiele keine Rolle. Die Richter verwiesen darauf, dass die beiden ihre Freizeit gemeinsam gestalteten. Zudem hätten sie eine langfristig gemeinsame Zukunftsplanung dadurch belegt, dass sie gemeinsam ein Grundstück erwarben. Das gehe weit über die bloße Freundschaft hinaus.

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