Trennung Trennung: Mehr Unterhalt absetzen

19.09.2000

Auf ganzer Linie Erfolg hatte beim Bundesfinanzhof (BFH) ein Ehemann, dessen Frau nach der Trennung allein und kostenlos im gemeinsamen Haus wohnte. Er kann nicht nur den Mietwert für seine Haushälfte als Unterhalt absetzen. Das Finanzamt muss auch von ihm weiter gezahlte Ausgaben wie Hypothekenzinsen für die Haushälfte der Frau als Unterhalt anerkennen.

Im entschiedenen Fall hätte der Mann seiner Frau nach der Trennung eigentlich jeden Monat 2.000 Mark Unterhalt zahlen müssen. In einem Vergleich vor Gericht hatten die beiden jedoch vereinbart, dass sie nur 1.400 Mark bekommt. Dafür durfte die Frau das gemeinsame Haus nach der Trennung allein weiter bewohnen.

Den Mietwert hatten die beiden mit 7.200 Mark jährlich (= 600 Mark im Monat) festgelegt. Es war zwar nicht klar, ob das nur der Mietwert für die Haushälfte des Mannes oder für den ganzen Wohnsitz war. Der BFH entschied hier jedoch grundsätzlich, dass für die Haushälfte des Mannes auf jeden Fall der Abzug als Sonderausgaben infrage kommt und er deshalb auf jeden Fall 3.600 Mark als Unterhalt absetzen kann.

In der Unterhaltsvereinbarung mit seiner Frau hatte sich der Mann außerdem verpflichtet, verbrauchsunabhängige Kosten wie Hypothekenzinsen für das Haus weiter zu zahlen. Das waren 7.800 Mark.

Der BFH entschied, dass er auch die Hälfte dieser Ausgaben ­ für die Haushälfte der Frau ­ absetzen kann. Voraussetzung ist, dass die Frau dem Sonderausgabenabzug auf der Anlage U zur Steuererklärung zugestimmt hat und der Höchstbetrag für Unterhalt von 27.000 Mark jährlich noch nicht ausgeschöpft ist (BFH-Urteil vom 12. April 2000, Az. XI R 127/96).

19.09.2000
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