Hat sich ein Ehepaar im Jahr der Trennung zusammenveranlagen ­lassen, kann jeder nachträglich noch die getrennte Veranlagung durchsetzen. Das geht, solange der eigene Steuerbescheid offen ist. Der Rückzieher ist in diesem Fall sogar bei späteren Änderungsbescheiden möglich  – auch wenn der andere seinen bestandskräftig werden lässt. Ein Mann, der das nicht hinnehmen wollte, verlor seine Klage beim Bundesfinanzhof (Az. III R 22/02).

Angefangen hatte das Ganze mit einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts, durch den das Expaar höhere Kinderfreibeträge bekam. Die berücksichtigte das Finanzamt in Änderungsbescheiden.

Die Frau, die selbst erhebliche Einkünfte hatte, legte gegen ihren Änderungsbescheid fristgerecht Einspruch ein und beantragte mit Erfolg die getrennte Veranlagung. Dagegen kann der Exmann nichts machen, obwohl sein Bescheid bestandskräftig wurde und auch die reguläre vierjährige Festsetzungsfrist für die Steuerschuld aus seiner Sicht schon abgelaufen war. Der Bundesfinanzhof entschied, dass der Antrag der Frau sie wieder in Gang gesetzt hatte.

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