Trends bei Fernsehern Meldung

Mehr Bild als heute gab es nie fürs Geld. Vor allem beim räumlichen Fernsehen, bei 3D, hat sich viel ge­tan, aber auch beim Stromverbrauch. Kein Wunder also, dass Fernseher die Internationale Funkausstellung in Berlin dominierten. Dennoch stellen sich Käufern viele Fragen. test beantwortet die wichtigsten und gibt Tipps zu neuen Trends.

Sind moderne Fernseher alten Röhrengeräten in jedem Punkt überlegen?

Trends bei Fernsehern Meldung

Streifenweise: Die 3D-Polfiltertechnik zeigt für beide Augen Teilbilder mit einer halbierten Auflösung – 540 statt 1 080 Zeilen.

Streifenweise: Die 3D-Polfiltertechnik zeigt für beide Augen Teilbilder mit einer halbierten Auflösung – 540 statt 1 080 Zeilen.

Mit hochauflösendem Fernsehen (HDTV) und bei der Wiedergabe von Blu-ray-Discs stellen selbst Fernseher mit befriedigenden Testergebnissen jedes Röhrenmodell in den Schatten. Die letzten Top-Röhrenfernseher punkteten noch beim Klang, zeigten keine Bildfehler beispielsweise bei Sportsendungen und kaum verwaschene Bilder am analogen Fernsehkabel. Aktuelle Flachbildfernseher haben aufgeholt. Inzwischen bieten viele neue Modelle ordentliche Bilder mit analogem Kabelsignal und zeigen schnelle Szenen nahezu ruckelfrei.

Tipp: Achten Sie auf die Testergebnisse zur Bildqualität für Ihr Fernsehsignal – Kabel, Antenne, Satellit. Alle Testergebnisse zu aktuell insgesamt 376 Fernsehgeräten finden Sie im Produktfinder Fernseher.

Was ist besser, LCD oder Plasma?

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Phosphor: Plasmabildschirme regen wie Röhrenfernseher Phosphor zum Leuchten an. So bringt Tageslicht einen Grünstich ins Bild.

Phosphor: Plasmabildschirme regen wie Röhrenfernseher Phosphor zum Leuchten an. So bringt Tageslicht einen Grünstich ins Bild.

Die ersten Plasmafernseher prüften wir im Jahr 2000. Sie boten gut 100 Zentimeter Bilddiagonale, kosteten bis zu 32 000 Mark und verbrauchten bis zu 900 Watt. Wir monierten Fehler wie leichtes Nachziehen bei schnellen Bewegungen und einen leichten Grünstich. Das gilt noch immer. Die konkurrierende LCD-Technik ist heute das Maß der Dinge. In den letzten drei Jahren fanden wir kaum einen Plasmafernseher mit guter Bewegtbilddarstellung oder gutem Bild. Oft geraten helle Szenen eher grau statt weiß und in der Glasscheibe vor dem Bild spiegelt sich jeder Lichtfleck. Immerhin sank der Stromverbrauch.

Tipp: In hellen Wohnzimmern ist die LCD-Technik zu empfehlen. Plasmamodelle brauchen dunkle Umgebung (Kinokeller).

Was bringt die LED-Technik?

Bei Flüssigkristallbildschirmen (LCD) ersetzen Leuchtdioden (LED) die früher üblichen Leuchtstofflampen. Mit LED-Hintergrundlicht lassen sich wirklich flache Fernseher bauen, und beim Stromverbrauch bieten LED mehr Sparpotenzial als Leuchtstoffröhren. Allerdings wirkt die neue Technik allein nicht Wunder. Die Bildqualität hängt vor allem von der Qualität des Displays und von der Signalaufbereitung ab, weniger vom Hintergrundlicht.

Tipp: LED-Modellen gehört die Zukunft. Wenn Qualität und Preis stimmen, sind sie schon heute die richtige Wahl.

Sparen die neuen Fernseher Strom?

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Zielkonflikt: Für optimale Darstellung empfiehlt sich meist ein hoher Wert für das Hintergrundlicht „Backlight“. Strom sparen die Fernseher jedoch mit kleineren Werten.

Zielkonflikt: Für optimale Darstellung empfiehlt sich meist ein hoher Wert für das Hintergrundlicht „Backlight“. Strom sparen die Fernseher jedoch mit kleineren Werten.

Die Internationale Funkausstellung 2011 stand auch im Zeichen des ab 30. November verbindlichen Energielabels für Fernseher. Vor drei Jahren brauchten die Fernseher im Schnitt doppelt so viel wie aktuelle Modelle. Die Extreme sind noch krasser: Der alte Toshiba 42Z3030D brauchte 234 Watt, der neue Philips 42PFL7606K nur 64. Speziell bei Plasmafernsehern schönt aber die europäische Norm den Verbrauch. Sie schreibt Messungen im „Home Mode“ (Zuhause-Modus) vor. Dem Hersteller ist es überlassen, wie hell oder dunkel er sein Bild in diesem Modus einstellt. Allerdings muss es mindestens 65 Prozent der Maximalhelligkeit erreichen. Je dunkler, desto stromsparender. Da bleibt die Bildqualität aber oft auf der Strecke. Wir messen den Stromverbrauch deshalb nicht im Home Mode, sondern bei optimalen Einstellungen. Das Bild ist dann bis zu zwei Noten besser.

Tipp: Bei LCDs regeln Sie das Hintergrundlicht „Backlight“. Bei Plasmafernsehern hilft der Dreh am Helligkeitsregler.

Sind Polfilterbrillen besser für 3D?

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Leichtgewicht: Polarisationsfilterbrillen kommen ohne Elektronik aus. Sie sind filigraner, leichter und billiger als aktive Brillen für die Shuttertechnik.

Leichtgewicht: Polarisationsfilterbrillen kommen ohne Elektronik aus. Sie sind filigraner, leichter und billiger als aktive Brillen für die Shuttertechnik.

Mehrere Anbieter zeigten auf der IFA Fernseher mit passiven Polarisationsfilterbrillen. Sie sind leicht, billig und sie zeigen keinen Flimmereffekt. Das Urteil unserer Probanden: 3D-Fernsehen ist entspannter zu genießen als mit Shutterbrillen, die Augen ermüden viel weniger. Doch der Fernseher muss direkt auf Augenhöhe platziert werden, denn wer von oben oder unten auf den Fernseher guckt, sieht doppelte Konturen, im Fachjargon „Crosstalk“. Zudem bringt die Polfiltertechnik einen Detailverlust mit sich, weil jedes Auge nur die Hälfte der Bildzeilen sieht. Bei 3D von der Blu-ray-Disc fällt das nicht auf, wohl aber beim 3D-Fernsehen. Der Bezahlsender Sky und das Internetfernsehen wie Telekom Entertain übertragen Teilbilder mit halber Punktezahl (Fachjargon: Side-by-Side). Beim Polfilter-3D summieren sich die Effekte: Halbe Punkte- und halbe Zeilenzahl – das viertelt die Detailfülle und ist ein wenig sichtbar. Das ist schade, denn Fussball in 3D ist ein echter Hingucker – selbst für jemanden, der weder Fussballnarr noch 3D-verliebt ist.

Tipp: Fußballfans sollten bei 3D zu Fernsehern mit Shuttertechnik greifen, Blu-ray-Liebhaber zu Polfilterbrillen: Die strapazieren die Augen nur wenig.

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