Trekkingräder Test

19 Trekkingräder im Test: sieben mangelhaft, acht ausreichend, drei befriedigend, nur eins gut. Das Ergebnis enttäuscht. Hauptkritik: Sattelstütze, Gabel, Lenker oder Rahmen sind nicht stabil genug. Die Stiftung Warentest simulierte eine Fahrleistung bis 24 000 Kilometer. Sieben Räder gingen schon auf halber Strecke zu Bruch. Zum Teil nach nur wenigen tausend Kilometern. Vier weitere Trekkingräder scheiterten auf der letzten Etappe. test.de sagt, welche Räder gut und sicher sind.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Trekkingräder

Auf Mallorca strampeln

Manacor, Artà, Betlem: Das hätte eine schöne Tour für die Testcrew werden können. Sechs Männer und zwei Frauen strampelten auf Mallorca. Insgesamt über 7 500 Kilometer. Ende Februar. Nicht zum Vergnügen, sondern im Dienste der Stiftung Warentest. Wie fahren sich die Trekkingräder? Sind sie bequem? Ist die Schaltung gut abgestimmt und bleibt das Rad auch mit Gepäck noch sicher in der Spur? Bei jedem Zwischenhalt gabs Checklisten und Fragebögen. Dann die erste Hiobsbotschaft: Runter vom Centurion Siena. Das Rad ist gefährlich. Hintergrund: Kein Sturz in den mallorquinischen Bergen, sondern ein Bruch im Labor.

Lenkervorbau gebrochen

Im Belastungstest brach der Lenkervorbau des Centurion Siena nach einer simulierten Fahrleistung von nur 1 350 Kilometern. Plötzlich und ohne Warnung. Das Rad lässt sich nicht mehr steuern. Auf der Straße wäre das lebensgefährlich. Die Stiftung Warentest informierte den Hersteller und warnte sogleich im Internet. Centurion rief die Räder zurück. Die Lenkervorbauten werden kostenlos ausgetauscht. Neben dem Siena sind vier weitere Modelle von Centurion betroffen: Milano, Toscana, Cross LRS1 und Cross Over.

Simulation im Labor

Auch die Konkurrenz macht in diesem Test kein gutes Rennen. Bei 11 Rädern brachen Sattelstützen, Gabeln, Lenker oder Rahmen. Die Stiftung Warentest prüft die Komponenten auf speziellen Maschinen im Labor. Sie simulieren eine Fahrleistung von 24 000 Kilometern. Das ist sehr viel. Zum Vergleich: Die meisten Radler fahren nur etwa 1 000 Kilometer im Jahr. Trotzdem müssen gute Fahrräder auch längere Torturen überstehen. Es geht um Sicherheit, da zählen Reserven. Wer täglich 12 Kilometer zur Arbeit fährt, legt im Jahr bereits über 2 400 Kilometer zurück.

Acht hielten durch

Acht Trekkingräder überstanden den Härtetest ohne Schaden. Vier davon scheiterten später jedoch im Bremsentest. Vier weitere Modelle blieben zumindest für 14 000 bis

23 000 Kilometer im Rennen. Das ist ausreichend. Sieben Räder sind mangelhaft: Bruch nach nur 1 350 bis 10 500 Kilometern. Beim Herkules Fuerte gingen gleich drei Komponenten kaputt. Die Sattelstütze brach nach nur 2 100 Kilometern (siehe Foto), die Gabel folgte bei Kilometer 16 500 und kurz vor dem Ziel brach der Lenker bei Kilometer 23 000.

Schwache Bremsen

V-Bremsen greifen kräftig zu. Für gewöhnlich zumindest. Die Stiftung Warentest überprüfte die Bremswirkung mit Messgeräten. Bei Baur, Giant, KTM, Puch und Raleigh versagten die Bremsen bei Nässe. DIN-Norm verfehlt: Mangelhaft. Schade um das Giant Tourer 21 und das KTM Life Fun. Diese Räder sind gut. Sie fuhren im Praxistest vorne mit. Andere Bremsbeläge könnten sie wieder an die Spitze bringen. Auch hier informierte die Stiftung Warentest die Anbieter.

Flatterhaft am Berg

Zurück nach Mallorca. Auch hier hatten die Tester inzwischen viel Kritik. Beispiel: bergab fahren. Viele Räder flatterten dabei. Vor allem mit Gepäck. Besonders schlecht: Quelle Mars Trekking, Bauer Universal Hattrick und Schauff Navarra. Sie fahren insgesamt nur ausreichend. Ebenso das Prophete AluRex 1444. Das billigste Rad im Test ist unkomfortabel. Aber selbst teure Räder wie das Corratec B-Drive lassen Wünsche offen. Fahreigenschaften: nur befriedigend. Preis: 700 Euro. Die Nabenschaltung taugt eher für ebene Strecken. Am Berg reichen die acht Gänge oft nicht aus.

Testsieger Stevens

Das Lieblingsrad der Tester heißt Stevens Jazz. Sportlich ausgelegt, aber trotzdem leichtgängig am Berg. Gute Lenkergriffe und stabiles Fahrverhalten. Beste Fahreigenschaften im Test. Preis: 500 Euro. Sicher und akzeptabel sind Diamant Ubari, Kreidler Alu Silver und Corratec B-Drive. Giant Tourer 21 und KTM Life Fun fahren gut, hatten im Test aber schlechte Bremsen. Neue Bremsbeläge könnten helfen. Auch das Maxcycle Roadster fährt gut. Mit einer Schwäche: Die Gabel brach im Härtetest nach gut 14 000 Kilometern. Ausstattung:  Details im Überblick (pdf)

Komplett + interaktiv: Test Trekkingräder aus der Zeitschrift test

Dieser Test wurde von der Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz der Europäischen Kommission gefördert.

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