Trauerfall Meldung

Eine Bestattung kann 2.000 oder 12.000 Euro kosten. Mancher Preis ist reine Willkür.

Sterben ist ein schwieriges Thema. Die Angehörigen sind bestürzt und verwirrt über den Verlust eines nahe stehenden Menschen, oft tritt der Tod völlig überraschend ein. In solch einem seelischen Ausnahmezustand müssen sie die Beisetzung organisieren und Formalitäten mit den zuständigen Ämtern erledigen. Da wird schnell etwas falsch gemacht.

Große Preisunterschiede

Hinterbliebene geben im Durchschnitt zwischen 2.300 und 12.900 Euro für die Bestattung eines Angehörigen aus. Das hat Aeternitas, die Verbraucherinitiative für Bestattungskultur aus Königswinter, festgestellt. Die Preisunterschiede sind nicht immer durch die Qualität und den Umfang der gewählten Bestattungsleistungen gerechtfertigt.

So kann eine als preisgünstig beworbene einfache Bestattung von einem Unternehmen teurer werden als eine aufwendige Bestattung durch eine andere Beerdigungsfirma, wie eine Untersuchung der Zeitschrift test Ende 1999 ergab. Das "emotionale Chaos, in dem sich viele Angehörige befinden, schafft Raum für willkürliche Preisgestaltung", sagt Aeternitas-Geschäftsführer Hermann Weber. Für eine Bestattung fallen vor allem folgende Kosten an:

• die Kosten im privaten Bereich, zum Beispiel für Trauerpost, Blumen und Bewirtung der Trauergäste,
• die Kosten für den Bestatter, zum Beispiel für Erledigung von Formalitäten, Überführung und Sargkauf,
• die kommunalen Gebühren für die Grabnutzung und Bestattung und
• die Kosten für den Grabstein und für eine eventuelle Grabpflege.

Die Gesamtkosten hängen zwar zunächst einmal davon ab, welche Leistungen der Hinterbliebene tatsächlich in Anspruch nimmt. An den kommunalen Gebühren kann er jedoch nicht rütteln. Sie sind unveränderlich in den Gebührenordnungen der Städte und Gemeinden festgelegt. Das heißt nicht, dass sie überall gleich hoch sind. Es gibt große Unterschiede.

Die Höhe der Grabnutzungsgebühren hängt aber nicht nur von der Gemeinde ab, sondern auch von den Wünschen der Angehörigen oder den früher geäußerten Wünschen des Verstorbenen. Die Kosten richten sich nach der Länge des Grabnutzungsrechts und nach der Art des Grabs (Reihen- oder Wahlgrabstätte, Urnenreihen- oder Urnenwahlgrabstätte, anonymes Grab).

Große Abweichungen gibt es auch bei den kommunalen Bestattungsgebühren, zum Beispiel für Nutzung der Trauerhalle, Orgelspiel und Pflanzenschmuck.

Bestatterkosten

Für alle Arbeiten, die für eine Beisetzung nötig sind, stehen in Deutschland rund 3.800 Bestattungsunternehmen bereit, meist Familien- und Kleinbetriebe. Wie unter allen Dienstleistern gibt es unter den Bestattungsunternehmen preiswerte und eher teure Anbieter. Es gibt auch das eine oder andere schwarze Schaf, das sich den Umstand zunutze macht, dass der Kunde in einer Situation ist, in der er nicht über Preise diskutieren kann oder will.

Deshalb sollte jeder nach einem Todesfall einen Angehörigen oder guten Bekannten, zu dem er großes Vertrauen hat, um Hilfe bitten. Dieser kann einen kritischen Blick auf alle Rechnungen werfen und prüfen, ob die Leistungen einzeln aufgeführt sind, ob sie wirklich alle erbracht wurden und ob es sich um eine berechtigte Forderung handelt.

Besser ist es, wenn man sich überwinden kann, sich schon vor dem Tod Gedanken über die Bestattung zu machen und Wünsche über Art der Bestattung, den Sarg oder die Urne, die Trauerfeier und die Gestaltung der Grabstätte aufzuschreiben. Dann können die Angehörigen ganz im Sinne des Verstorbenen handeln und es ist mehr Zeit, ein Bestattungsunternehmen auszuwählen.

Sterbegeld

Einen Zuschuss zu den Bestattungskosten, das so genannte Sterbegeld, gibt es nur für Versicherte einer gesetzlichen Krankenkasse, die am 1. Januar 1989 bereits gesetzlich krankenversichert waren (einschließlich der Sozialversicherung der damaligen DDR). Für die Versicherten selbst gibt es 1.050 Euro, für mitversicherte Familienangehörige 525 Euro. Privat Versicherte bekommen nur Sterbegeld, wenn sie darüber einen Vertrag geschlossen haben.

Das Sterbegeld beantragt in den meisten Fällen der Bestatter, der dann auch die Summe von der Krankenkasse überwiesen bekommt. Er kann den Betrag dann mit seinen Kosten für die Bestattung verrechnen.

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