Ausgewählt, geprüft, bewertet

Im Test: 20 Trauben-Direktsäfte, davon 15 rote (ohne Hinweis auf die Verwendung weißer Trauben) und 5 weiße. Drei Produkte sind Biosäfte.
Einkauf der Prüfmuster: Ende August bis September 2006.
Alle Prüfergebnisse und Bewertungen beziehen sich auf Proben mit dem jeweils angegebenen Mindesthaltbarkeitsdatum.
Preise: Anbieterbefragung im November und Dezember 2006.

Abwertung

Das test-Qualitätsurteil konnte maximal eine halbe Stufe besser sein als das Urteil für die sensorische Fehlerfreiheit. War diese „mangelhaft“, konnte das test-Qualitätsurteil nicht besser sein. War die chemische Qualität „ausreichend“ oder schlechter, konnte das test-Qualitätsurteil maximal eine halbe Stufe besser sein. Bei nachgewiesenem Fremdwasser wurden die chemische Qualität und das test-Qualitätsurteil mit „mangelhaft“ bewertet. Alle im test-Qualitätsurteil mit „mangelhaft“ beurteilten Produkte sind nicht verkehrsfähig.

Sensor. Konsumentenurteil: 35 %

67 Konsumenten – Traubensafttrinker im Alter von 7 bis 70 Jahren – probierten und beurteilten jeden der 20 anonymisierten Säfte in einer statistisch verteilten Reihenfolge, aber dabei getrennt nach roten und weißen Traubensäften, bei 20 °C Trinktemperatur.

Sensorische Fehlerfreiheit: 15 %

In Einzelprüfungen beschrieben sieben Fruchtsaftexperten computergestützt mithilfe stufenloser Skalen Aussehen, Geruch, Geschmack, Konsistenz/Mundgefühl und Nachgeschmack. Trinktemperatur 20 °C. Die Auswertung erfolgte mithilfe statistischer Methoden. Auffällige Produkte wurden ein zweites Mal einzeln verkostet. Im Konsensusverfahren wurde daraus eine zusammenfassende Beurteilung erarbeitet.

Aromaqualität: 10 %

Mittels Gaschromatografie/Massenspektrometrie (GC/MS) wurden die Aromaspektren aufgenommen. Es wurde geprüft, ob naturidentische oder fruchtfremde Aromastoffe nachweisbar sind.

Chemische Qualität: 10 %

Die Verderbnisparameter flüchtige Säure, Ethanol sowie D- und L-Milchsäure bestimmten wir gemäß Methoden der Internationalen Fruchtsaft-Union (IFU), ebenso wie Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor, Asche, Formolzahl, Prolin. Auf Sorbit prüften wir ionenchromatografisch. Um Fremdwasser nachzuweisen, untersuchten wir die Sauerstoffisotope im Saftwasser und im Ethanol aus der Vergärung der Zucker sowie das Deuterium-Wasserstoff-Verhältnis im Saftwasser.

Schadstofffreiheit: 15 %

Auf Pestizide prüften wir in Anlehnung an die Vorschriften der Amtlichen Sammlung von Untersuchungsverfahren nach § 64 Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch. Auf Ochratoxin A untersuchten wir gemäß EN-Verfahren, Metalle (Arsen, Blei, Kupfer, Zink, Eisen, Zinn, Quecksilber, Kadmium) gemäß IFU-Methoden. Alle Säfte in Getränkekartonverpackungen wurden zusätzlich auf Isopropylthioxanthon (ITX = Bestandteil von Druckfarben) geprüft.

Zweckmäßigkeit der Verpackung: 5 %

Wir beurteilten Lichtschutz, Originalitätssicherung, Öffnen, Ausgießen und Wiederverschließen.

Deklaration: 10 %

Prüfung nach allen lebensmittelrechtlichen Kennzeichnungsvorschriften. Außerdem bewerteten wir Lagerungs- und Trinkempfehlungen, Nährwertangaben, Produktinformation, Werbeaussagen sowie Übersichtlichkeit und Lesbarkeit.

Zusammensetzung und Authentizität (nicht bewertet)

Gemäß Analysenverfahren der IFU wurden bestimmt: pH-Wert, relative Dichte, titrierbare Säuren (Gesamtsäure), Weinsäure, Glycerin, D-Gluconsäure, Citronen- und Isocitronensäure, L-Äpfelsäure, Hydroxymethylfurfural, Sulfat, Anthocyane (nur bei roten Traubensäften), Gesamtschwefeldioxid, Glucose, Fructose. Das Oligosaccharidprofil wurde mittels Kapillar-Gaschromatografie aufgenommen; Saccharose bestimmten wir gemäß DIN-Verfahren.

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