Traubensaft Test

Traubensaft liebten schon die Römer. Allerdings wussten sie damals nicht, wie sie die kurz nach der Pressung einsetzende Gärung verhindern können. Vor den Tücken übermäßigen Alkoholgenusses schützten sie sich, indem sie Wein mit Wasser mischten. Erst im 18. Jahrhundert erhitzte Pasteur den Saft kurzzeitig und tötete damit die für die Gärung verantwortlichen Mikroorganismen ab. Seit dieser Entdeckung ist auch unvergorener Traubensaft haltbar. Jetzt hat die Stiftung Warentest den auch bei Deutschen beliebten Traubensaft getestet.

Jeder zweite Saft „gut“

Nach Apfel, Orange und Multivitamin trinken die Deutschen am liebsten Traubensaft. Das ist gut so: Mehr als die Hälfte der 15 roten und fünf weißen Traubensäfte im Test ist empfehlenswert. Positiv fällt der rote Traubensaft von Eckes auf. Die Fruchtsaftexperten beschrieben ihn als besonders fruchtig und ausgewogen. In der sensorischen Fehlerfreiheit erhielt er die Traumnote 1,0. Und auch den Konsumenten schmeckte der Saft gut. Mit 2,65 Euro je Liter gehört Eckes allerdings zu den teureren Traubensäften. Im test-Qualitätsurteil nur eine Zehntelnote schlechter, aber mit 1,10 Euro pro Liter deutlich preiswerter ist der Drink Traubensaft von Kaiser's Tengelmann.

Weiße weniger intensiv

Bei den weißen Traubensäften liegt Vitagarten aus der Apotheke vorn - mit 3,20 Euro je Liter ebenfalls kein preiswertes Produkt. Im Unterschied zu den roten haben weiße Traubensäfte flachere Aromen, riechen und schmecken weniger intensiv. Das könnte der Grund sein, warum sensorische Fehler bei ihnen stärker wahrgenommen werden. Während alle roten Säfte in diesem Prüfpunkt in Ordnung waren, fielen zwei von fünf weißen Säften negativ auf. Lindavia schaffte ein „Ausreichend“, Burkhardt nur „Mangelhaft“. Dumpf, muffig und unsauber attestierten die Experten. Der Saft schmeckt weder fruchtig noch nach Trauben und hätte so nicht verkauft werden dürfen.

Fremdwasser im Belsina von Plus

„Mangelhaft“ heißt es auch für den roten Saft Belsina von Plus. Er enthält neben fruchteigenem auch fremdes Wasser. Das hat in einem Direktsaft nichts zu suchen. Traubendirektsaft darf nur fruchteigenes Wasser enthalten. Fremd zugesetztes Wasser, Farb- oder Konservierungsstoffe haben darin nichts zu suchen.

Flavonoide binden freie Radikale

Sowohl die roten als auch die weißen Traubensäfte enthalten zahlreiche Mineralstoffe und Spurenelemente. Besonders positiv sind die Flavonoide Quercetin und Anthocyane. Quercetin wirkt sowohl antiallergisch als auch entzündungshemmend. Außerdem hemmt es die Zusammenballung von Blutplättchen und beugt somit Thrombosen vor. Anthocyane bekämpfen dagegen Umweltgifte und Zigarettenrauch. Sie fangen die freien Radikale im Körper ein und bremsen die schädlichen Oxidationsreaktionen in den Zellen.

Mehr Kalorien als in Cola

Im Schnitt enthält ein Liter Traubensaft 160 Gramm fruchteigenen Zucker - der weiße Traubensaft von Eckes schafft sogar 183 Gramm. Positiv: Der Frucht- und Traubenzucker geht direkt ins Blut. Somit ist Traubensaft ein schneller Energiespender. Als Durstlöscher ist Traubensaft pur allerdings weniger geeignet. Ein Liter enthält bis zu 760 Kilokalorien. Zum Vergleich: Cola bringt es auf rund 420 Kilokalorien je Liter. Eine Schorle - halb Wasser, halb Saft - empfiehlt sich also eher als hundertprozentiger Traubensaft.

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