Transfair Meldung

Das Transfair-Siegel. Foto: Transfair - Verein zur Förderung des Fairen Handels mit der Dritten Welt e.V.

Air Berlin und Lidl haben eins gemein: Sie bieten seit neuestem Transfair-gesiegelte Produkte an. Beide Unternehmen gelten bisher als nicht besonders arbeitnehmerfreundlich, Transfair-gesiegelte Produkte dagegen schon. Sie stehen für fairen Handel mit fairen Preisen und für faire Arbeitsbedingungen. Stiftung Warentest Online informiert über Transfair und sagt, wo Kunden fair gehandelte Produkte kaufen können.

Fairer Handel mit Kleinproduzenten

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Das Rugmark-Siegel. Die 1995 gegründete Initiative vergibt ein Siegel für Teppiche, die ohne illegale Kinder­arbeit hergestellt werden. Seit 1999 unter einem Dach mit Transfair, gemein­samer Geschäfts­führer Dieter Overath. Foto: Transfair.

Rund 40 Organisationen aus Entwicklungshilfe, Kirche, Sozialarbeit, Verbraucherschutz, Bildung und Umwelt tragen den Verein Transfair - etwa Misereor, Brot für die Welt oder UNICEF. Er begann seine Arbeit 1992. Der Verein setzt sich für gerechten Handel mit Produzenten und deren Genossenschaften in Afrika, Asien und Lateinamerika ein. Das bedeutet: Die Erzeuger erhalten Mindestpreise für ihre Produkte. Der Einkauf erfolgt direkt bei ihnen, ohne Zwischenhändler. Es bestehen langfristige Verträge. Fairer Handel und dadurch finanzierte Sozialprojekte sollen die Existenz der Produzenten sichern und ihnen bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen verschaffen. Transfair handelt nicht selbst mit Waren. Der Verein vergibt ein Siegel für fair gehandelte Produkte und kontrolliert die Einhaltung der festgelegten Kriterien. Über 80 Firmen stellen derzeit von Transfair lizensierte Produkte her.

Bio wächst

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Das gepa-Siegel. Das gepa Fair­handels­haus ist der größte deutsche Impor­teur fair gehandelter Waren. Transfair kon­trol­liert einige Produkte auf die Ein­hal­tung der Transfair-Standards. Die gepa gehört zu den Lizenz­nehmern von Transfair.
Foto: gepa Fair Handelshaus.

Inzwischen stammen viele gesiegelte Produkte nicht nur aus fairem Handel, sondern auch aus ökologischem Anbau. Nach Angaben von Transfair spielten ökologische Kriterien zu Beginn ihrer Arbeit kaum eine Rolle. Der Verein wollte vor allem Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeiter und Produzenten verbessern. Das hat sich inzwischen geändert: Ökologische Mindeststandards sollen Mensch und Natur vor dem exzessiven Einsatz von Pestiziden und vor massiven Umweltschäden schützen. Nach Angaben von Transfair stammen bereits 65 Prozent der Transfair-Produkte aus biologischem Anbau.

Wo Kunden fair einkaufen

Das Angebot an Transfair-gesiegelten Produkten ist groß: Es gibt Lebensmittel wie Kaffee, Tee, Gewürze, Honig, Schokolade, Orangensaft, Kakao, Bananen, Getreide, Nüsse, Trockenfrüchte oder Zucker. Auch Fußbälle, Blumen, Teppiche oder Spielzeug werden unter Einhaltung der Transfair-Regeln gehandelt. Wer solche Waren kaufen möchte, findet sie nicht nur in Weltläden, sondern auch in Supermärkten und Kaufhäusern, im Versandhandel oder Internet. Sie sind an Siegeln wie Transfair-Fairtrade, Rugmark oder gepa zu erkennen.

Tipp: Sie finden Verkaufsstellen für fair gehandelte Lebensmittel unter www.transfair.org, für fair gehandelte ohne Kinderarbeit hergestellte Teppiche unter http://www.rugmark.de und für Blumen aus menschen- und umweltschonender Produktion unter http://www.fairflowers.de.

CSR-Tests der Stiftung Warentest

Auch die Stiftung Warentest testet sei Ende 2004 regelmäßig die soziale und ökologische Verantwortung von Unternehmen. Neudeutsch: Corporate Social Responsibility, kurz: CSR. Getestet wird produktbezogen.

Tipp: Alle CSR-Kriterien und alle CSR-Tests im Überblick finden Sie online.

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