Tragbare DVD-Spieler Test

Wer unterwegs Filme oder Fernsehen schauen will, darf kein allzu gutes Bild erwarten. Die meisten mobilen Flimmerkisten versprechen mehr, als sie halten können.

Zwischen 143 und 325 Euro kosten die mobilen DVD-Spieler in unserem Test. Ihre Bildschir­me sind etwa so groß wie eine Postkarte. Viele Geräte haben auch einen eingebauten DVB-T-Empfänger für das digitale Antennenfern­sehen. Je nach Region lassen sich damit bis zu 30 Fernsehprogramme empfangen – und in Berlin ebenso viele Radiosender.

Egal, ob man die mobilen Unterhaltungsgeräte im Zug, auf dem Balkon oder beim Camping nutzt – nach rund drei Stunden müssen die meisten zum Aufladen ans Netz. Nur Sony und Toshiba halten mit viereinhalb und knapp sechseinhalb Stunden deutlich länger durch.

Versorgt werden die Guckkästchen durch mitgelieferte Akkupacks. Bei manchem Billiganbieter ist aber zweifelhaft, ob man nach Ablauf der Gewährleistungsfrist noch Ersatz für die Spezialbatterien bekommt. Noch fragwürdiger sind die fest verbauten Akkus bei Lenco und Philips. Sie lassen sich nur kostenpflichtig im Fachhandel austauschen.

Zuhause dient das Ladegerät auch als Netzteil. Und fürs Auto wird bei allen ein Adapter für den Zigarettenanzünder mitgeliefert. Richtig Spaß macht Kino auf der Rückbank aber nur, wenn man den Player nicht auf dem Schoß halten und ständig nach unten sehen muss. Aber längst nicht jeder Mobilspieler lässt sich komfortabel an der Kopfstütze des Vordersitzes befestigen (siehe Fotos und Tabelle).

Bild: Blass und unscharf

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Vier Geräte kamen beim Bild über ein „Ausreichend“ nicht hinaus. Schon bei normalem Tageslicht ist ihre Bildqualität kaum brauchbar. Bei hellem Licht oder Sonnenschein sind Kontrast und Helligkeit aber bei fast allen recht niedrig. Viele Displays wirken zudem recht detailarm oder neigen bei hellen Filmszenen zum Überstrahlen, während dunkle Sequenzen gar nicht mehr zu erkennen sind. Besonders schlecht ist die Bildqualität ausgerechnet beim teuersten Prüfkandi­da­ten: Der Sony liefert viel zu dunkle Bilder und hat eine lästig spiegelnde Plexiglasscheibe vor dem Display. Da hilft es auch nicht viel, dass sich der Sony-Bildschirm als Einziger auch horizontal um die eigene Achse drehen lässt.

Ton: Dünn und blechern

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Auch die Lautsprecher der meisten tragbaren DVD-Spieler enttäuschen. Klangverfärbungen und fehlende Bass-Wiedergabe wird man bei mobilen Geräten hinnehmen müssen. Bei Mustek, SEG, Sony und Daewoo sind die Miniboxen jedoch so schwach, dass leise Dialoge selbst bei maximaler Lautstärke nicht zu verstehen sind. Und das, obwohl der Hörtest in sehr ruhiger Umgebung durchgeführt wird. Hier helfen nur Kopfhörer, die aber nicht immer mitgeliefert werden. Alternativ lässt sich der Klang selbst der besseren Player auch durch Aktivboxen (ab 20 Euro) hörbar aufpeppen. Der Anschluss an externe Boxen oder an die Stereoanlage empfiehlt sich auch, wenn man CD- oder MP3-Musik abspielen will, denn auch das können die mobilen Multitalente.

DVB-T: Oft unkomfortabel

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Sparprogramm auch bei den DVB-T-­Emp­fängern einiger Geräte: Bei Daewoo und Mustek vergehen über 20 Sekunden, bis das Bild sichtbar wird, Xoro und SEG lassen beim Programmwechsel etwa 8 Sekunden auf sich warten. Keines der Modelle mit Fernsehfunktion erkennt automa­tisch das Bildformat einer Sendung. Wird nach der Talkshow im 4:3-Format ein Spielfilm im 16:9-Breitbild gesendet, muss man manuell umschalten – oder mit Eierköpfen vorlieb nehmen.

Beim Xoro fehlt selbst die manuelle Umschaltmöglichkeit. Das Normalformat wird hier immer auf den 16:9-Bildschirm gedehnt. Plattköpfe sind die Folge.

Immerhin lassen sich alle DVB-T-tauglichen Geräte auch als Empfangsbox für einen Fernseher verwenden. Die Kabel werden außer beim Xoro mitgeliefert, eine Fernbedienung liegt allen bei.

Verarbeitung: Manchmal mangelhaft

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Befestigung im Auto: Bei einigen Geräten ist die Tasche zugleich Autohalterung (Lenco, unten). Der Deckel lässt sich hier aber kaum öffnen. Die beste Befestigungslösung hat Panasonic (oben): Sie bietet eine einwandfreie Bedienung und flexible Display-Verstellung. Kleinere Ruckler während der Fahrt verkraften übrigens alle Spieler ohne Aussetzer.

Defekte Tasten und sporadisch aussetzender DVB-T-Betrieb: 5 der 13 Geräte hatten schon im Lieferzustand mehr oder weniger große Mängel, sodass ein weiteres Testgerät besorgt werden musste. Die Qualität in dieser Produktklasse scheint nicht sehr konstant zu sein. In dieser Häufung ist das ungewöhnlich.

Nur wenn mobile Nutzung und Handlichkeit das ausschlaggebende Kaufargument sind, sollte man sich die tragbaren Player näher ansehen. Als Zweitgerät für Küche oder Gästezimmer ist man mit einem billigen LCD-Fernseher nebst DVD-Spieler meist besser beraten.

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